Denkmal Spekulation über Kaspar Hauser: Findelkind in Gerabronn festgehalten?

Die Gedenktafel am ehemaligen Oberamtsgebäude in Gerabronn ist enthüllt (von links): Bettina Rath, Ilse Rath, Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm und Rolf Wankmüller. Foto: Peer Hahn
Die Gedenktafel am ehemaligen Oberamtsgebäude in Gerabronn ist enthüllt (von links): Bettina Rath, Ilse Rath, Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm und Rolf Wankmüller. Foto: Peer Hahn
Gerabronn / PEER HAHN 30.04.2013
Viel wurde gearbeitet am alten Oberamtsgebäude in Gerabronn, zuerst innen und die letzten beiden Jahre auch außen und nun zeigt sich das historisch wertvolle Gebäude wieder von seiner schönsten Seite.

Eine lange Geschichte hat das Gebäude, das 1793 erbaut wurde und von 1811 bis 1938 das Oberamt beherbergte. Möglicherweise birgt es auch ein großes Geheimnis, das es noch zu lüften gilt: Wurde hier Kaspar Hauser, das Findelkind, das 1828 in Nürnberg auftauchte, jahrelang festgehalten? Über diese Möglichkeit recherchierte einst Richard Hohbaum, der bis zu seinem Tod vor zehn Jahren im ehemaligen Oberamt wohnte.

So soll Kaspar Hauser bei seinen Vernehmungen angegeben haben, dass er jahrelang in einem Keller festgehalten wurde, in dem er regelmäßig das Glockengeläut einer Kirche gehört habe. Richard Hohbaum ging den Spuren nach. Er fand in der alten Oberamtei teils verschüttete unterirdische Gänge. Die Gänge, die Nähe zur evangelischen Kirche und deren Glockengeläut sprachen für seine Theorie. Die Poststrecke Heilbronn - Ansbach verlief über Gerabronn, und die Posthalterei befand sich gleich neben dem Oberamtsgebäude.

Passend zu dieser Geschichte gab es in Gerabronn am vergangenen Freitag, an dem der Abschluss der Renovierungsarbeiten gefeiert wurde, eine kleine Sensation: Bei den Straßenbauarbeiten vor dem Gebäude stieß man auf einen früheren unterirdischen Gang, der vom Gebäude weg führt.

Ein glücklicher Umstand für das Gebäude war es, dass es 2008 von Ilse Rath gekauft wurde, die hierher den Firmensitz ihrer IBS-Immobilienbörse für Haus- und Grundbesitz sowie ihre Wohnräume verlegte. Ilse Rath ließ das ganze Gebäude renovieren.

Zum Abschluss dieser Arbeiten hat die Stadt Gerabronn eine Denkmaltafel gestiftet: Sie wurde jetzt auf Initiative von Verleger Rolf Wankmüller in einer Feierstunde enthüllt. Ilse Rath dankte in der Feierstunde ihrer Tochter Bettina sowie der ganzen Familie für die Mithilfe bei diesem Projekt.

Auch den Handwerkern galt ihr besonderer Dank, ebenso der Stadtverwaltung und dem Denkmalamt für die konstruktive Zusammenarbeit.

Mit Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm enthüllte Ilse Rath die Denkmaltafel. Handwerker und Gäste waren anschließend zu einem Fest eingeladen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel