Landkreis Sparkasse: "Automatenbanken" in Onolzheim, Ingersheim und Brettheim schließen am 31. Juli

HARALD ZIGAN 25.07.2015
Die Sparkasse stärkt ihre großen Filialen - und dünnt gleichzeitig ihre kleinen Niederlassungen aus: Im Altkreis Crailsheim schließen demnächst die "Automatenbanken" in Onolzheim, Ingersheim und Brettheim.

Bereits im April 2015 kündigte der Vorstandsvorsitzende Thomas Lützelberger das Ende für sieben von derzeit noch 51 Filialen der Sparkasse im Kreis an: "Die Präsenz in der Fläche ist für uns schon immer wichtig, und das bleibt auch künftig so. Allerdings passt sich auch die Sparkasse an die Anforderungen und das Verhalten ihrer Kunden an - um weiterhin auf einer betriebswirtschaftlich nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Basis arbeiten zu können, muss die Sparkasse die Nutzung der Filialen regelmäßig prüfen und wenn notwendig an neue Realitäten anpassen."

Drei Filialen im Altkreis Crailsheim fielen bei dieser Prüfung durch: Die Geldautomaten in Onolzheim, Ingersheim und Brettheim werden zum 31. Juli stillgelegt. In Schwäbisch Hall ist die Filiale im Hagenbacher Ring betroffen, die Geldautomaten werden auch in Bibersfeld und Michelbach/Bilz abgebaut, und die Kunden der mitarbeiterbesetzten Niederlassung in Braunsbach sollen künftig von Untermünkheim aus betreut werden.

Offenbar lohnt sich an diesen Standorten in Zeiten von Online-Banking, Niedrigzinsen und sinkenden Erträgen das Geschäft nicht mehr für die Sparkasse - und die Zahl der Kunden, die sich dort an Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker selbst bedienen, ist nach Angaben der Bank unter eine kritische Grenze gefallen.

Sang- und klanglos wollten vor allem die Ingersheimer das Ende ihrer Filiale nicht hinnehmen: 700 Bürger protestierten mit ihrer Unterschrift (das HT berichtete) gegen die Entscheidung der Sparkasse - allerdings vergeblich: "Uns wurde mitgeteilt, dass an der Schließung kein Weg vorbeiführt", sagte Erika Wörner.

Die Sparkasse zieht sich auch aus Onolzheim zurück. Der Stadtrat und Ortsvorsteher Gerhard Neidlein sieht "keinerlei Chance" für einen Erhalt dieser Filiale. Er bedauere die Entscheidung: "Vor allem ältere Menschen, die nicht mehr so mobil sind und kein Online-Banking betreiben, sind auf eine wohnortnahe Möglichkeit für ihre Bankgeschäfte angewiesen", sagt Gerhard Neidlein.

Der Crailsheimer Oberbürgermeister Rudolf Michl wandte sich in einem Brief an die Sparkasse und warb für einen Filialen-Fortbestand. Auch wenn die Sparkasse die Schließung aus ihrer Sicht betriebswirtschaftlich begründen könne, bedauert Michl die Entscheidung: Damit werde definitiv ein Stück Kundennähe aufgegeben.

"Nicht so ganz nachvollziehen" kann Ortsvorsteher Reiner Groß die Schließung der "Automatenbank" in Brettheim: "Ich war sehr überrascht davon, dass sich die Sparkasse auch aus Brettheim zurückzieht - die Filiale bei uns wird meines Wissens gut frequentiert."

Angesichts von vielen Betrieben im Ort und jungen Familien, die nach Brettheim ziehen, "müsste das Geschäftsfeld für die Sparkasse doch eigentlich gut zu bestellen sein", sagt Reiner Groß.

Gänzlich bankenlose Zeiten drohen den Brettheimern freilich nicht: Im Dorf gibt es seit Jahrzehnten eine nicht nur mit Geldautomaten, sondern auch mit Angestellten besetzte, "klassische" Filiale der Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See. Auf das Ende der Sparkassen-Ära in Brettheim hat Florian Rühling reagiert: In seinem örtlichen Edeka-Markt können sich jetzt Kunden ab einem Einkaufswert von 20 Euro mit bis zu 200 Euro Bargeld gebührenfrei versorgen.