Untermünkheim Sonne, Salzfleisch, Süßer Saft

Untermünkheim / OLIVER FÄRBER 06.10.2014
Einen Sitzplatz zu finden, ist am Tag der Deutschen Einheit schwer im Enslinger Klingenweg. Das Mostfest der Genswosenbolzer ist beliebt - und die Sonne lockt viele Besucher, dort draußen Mittag zu essen.

"Resi, i hol di mitm Traktor ab", tönt es schon von weitem. Das Musikertrio im Zelt weiß, wie es in Enslingen Stimmung macht. Viele Besucher dort haben schon gegessen. Draußen kommen gegen 12.30 Uhr immer noch mehr Besucher, um sich an einen der Tische in der Sonne zu setzen. Schließlich ist fast jeder Platz belegt.

In seiner zwölften Auflage ist das Enslinger Mostfest längst kein Geheimtipp mehr. Die vielen fleißigen Helfer der örtlichen Genswosenbolzer haben alle Hände voll zu tun, um die gut duftenden Speisen an die Tische zu bringen. Natürlich gehören dazu das Salzfleisch mit Kraut oder Schupfnudeln - aber auch die schwäbische Spezialität, die Kutteln. "Die bestell ich mir immer hier", verrät Karsten Müller. Er ist als Gast jedes Mal beim Mostfest dabei, seit ihn Freunde vor vier Jahren das erste Mal mitgenommen haben. Und Kutteln bekomme man ja schließlich nicht bei jedem Fest. "Die machen die hier auch echt lecker", lobt er das Küchenteam der Genswosenbolzer.

Drüben an der Mostpresse springt der Traktor an: Wer wissen will, wie Äpfel ausgepresst werden, erlebt es dort hautnah. Junge Leute packen dazu an. Die alte Presse selbst funktioniert mit Muskelkraft. Am Ende ist aus den Hohenloher Äpfeln süßer Saft geworden.

Den gibts auch für die Gäste - auch Süßmost, Federweiser oder Weinschorle darf bei solch einem Fest nicht fehlen. Aus dem Enslinger Steinbackofen kommt dazu eine weitere Köstlichkeit: der Mostfest-Blooz in verschiedenen Varianten. Und auch der hat viele Anhänger - wie das spezielle Vesperbrett, das gegen Abend gereicht wird.