Satteldorf Sojaanbau auch in Hohenlohe?

Dieses Archivfoto zeigt geerntete Sojabohnen der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft im Jahr 2009. Archivfoto
Dieses Archivfoto zeigt geerntete Sojabohnen der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft im Jahr 2009. Archivfoto
SEL 16.01.2013
Soja wird auch in hiesigen Ställen als Kraft- und Leistungsfutter den Tieren zugefüttert. Bislang wird Importsoja in die Tröge geschüttet. Welche Chancen bestehen, in Hohenlohe Soja anzubauen?

Die Vereine landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen im Landkreis Schwäbisch Hall laden für Mittwoch, 23. Januar, um 20 Uhr zu einem Vortragsabend auf den Kühof in Satteldorf-Gröningen ein. Das Thema lautet "Soja auch bei uns: Anbau, Vermarktung, Praxis".

Versuche, in Hohenlohe die eiweißreiche Sojabohne anzubauen, gab es in den vergangenen Jahren immer wieder. Neben einzelnen Landwirten haben auch Rudolf Bühler (Chef der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft) und Reiner Schmidt (Demeter-Berater beim Landwirtschaftsamt) über Jahre hinweg Sorten- und Anbauversuche durchgeführt. Mit unterschiedlichem Erfolg. Mal fraßen Rehe die Bohnenpflanzen, mal machten sich die Raupen von Distelfaltern über sie her, mal war es zu trocken. Doch bei den Feldversuchen der vergangenen drei Jahren passte das Wetter - warmes Frühjahr, genug Niederschläge in der Blüte und trockener Herbst zur Ernte. Reiner Schmidt: "In den vergangenen drei Jahren lag der Ertrag bei 20 bis 34 Doppelzentner pro Hektar - je nach Sorte. Das ist nicht schlecht."

Die Vereine landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen im Landkreis Schwäbisch Hall weisen mit ihrem Info-Abend auf die "Eiweißstrategie für Baden-Württemberg" hin. Dieser Landesinitiative zufolge soll zukünftig der Anbau von Körnerleguminosen ausgeweitet werden. Neben den Körnererbsen und Ackerbohnen ist es die bisher überwiegend aus Amerika importierte Sojabohne, die im Land vermehrt angebaut werden soll. Die Sojabohne verfügt über eine äußerst hochwertige Aminosäurenzusammensetzung und kann deshalb in der Tierfütterung nur schwer durch andere Eiweißträger ersetzt werden, teilen die Vereine in einer Pressemitteilung mit. Zudem bestehe eine hohe Nachfrage nach genetisch unverändertem Sojaschrot.

Bei dem Vortragsabend wird Jürgen Recknagel vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augstenberg die Anforderungen an Boden, Klima, Aussaat, Sorten, Unkrautbekämpfung und anbautechnische Besonderheiten erläutern. Er wird auch auf die bei erstmaligem Anbau erforderliche Saatgutimpfung mit Knöllchenbakterien eingehen.

Bevor die Sojabohne verfüttert werden kann, muss sie erhitzt (getoastet) werden. Dies geschieht für die Region Hohenlohe bei der Kraichgau-Raiffeisen eG in Eppingen. Siegmar Benz wird die Besucher des Abends über die damit verbundenen Kosten und die erforderliche Logistik informieren.

Erwin Brümmer, Landwirt aus Wallhausen, hat bereits 2012 mit gutem Erfolg Erbsen und Sojabohnen angebaut. In einem Praktikerbericht wird er seine Erfahrungen kundtun.