Messe Sogar "Hansi" kann zwei Meter werden

Warm, weich und durchaus gewichtig: Die Python, die Theo Renz einer furchtlosen Besucherin um den Hals legt, beißt nicht. Sie ist eine Würgeschlange.
Warm, weich und durchaus gewichtig: Die Python, die Theo Renz einer furchtlosen Besucherin um den Hals legt, beißt nicht. Sie ist eine Würgeschlange.
ELS 28.01.2013
Ohne Zweifel ein Publikumsrenner der HAM, wenn auch nicht unumstritten, war Ramona Kendlers Reptilienschau - ein "Aufklärungsprojekt".

Manch einer stieß sich daran, dass noch einmal gesondert ein Euro Eintritt gefordert wurde, um Äffchen, Leguane, Bartagamen oder Würgeschlangen zu Gesicht zu bekommen. Aber: "Das ist nur ein Beitrag zu unseren Kosten", erklärt Theo Renz. Zusammen mit Ramona Kendler und dem exotischen Mini-Zoo tourt er in einem eigens beheizten Lastwagen durch die Republik.

Im Grunde geht es den beiden nicht darum, Exoten vorzuführen. Sie betreiben vielmehr Aufklärungsarbeit. "Allein am Frankfurter Flughafen wurden im letzten Jahr rund 720 000 exotische Tiere beschlagnahmt - ein Großteil davon tot", ereifert sich Renz. "Wer auch immer Reptilien in einem Terrarium halten will, sollte sich vorher informieren, wie viel Platz die Tiere brauchen. Da erschrecken sich nämlich viele sogenannte Tierfreunde." So kann ein jung gekaufter Leguan (der Star der Truppe heißt Hansi) durchaus an die zwei Meter groß werden. "Auch die Stromkosten unterschätzen die meisten", ergänzt Renz.

Dabei hätten potenzielle Reptilienhalter oft die Vorstellung, dass sie mit ihrem Tier nicht Gassi gehen müssen. Theo Renz: "Trotzdem ist jede Menge Pflege nötig." Und: "Wer weiß schon, dass eine Vogelspinne bis zu 20 Jahre alt wird?" Wenn es denn ein Exot sein soll, so rät Renz, vor allem von giftigen Tieren die Finger zu lassen. Kompetente Beratung hält er für "extrem wichtig", vor allem in Zeiten, in denen sogar in vielen Baumärkten bedenkenlos Reptilien angeboten werden.