Rosengarten So heiß wie lange nicht: Der Juli verzeichnete 20 Sommertage

Diese Sonnenblume auf einem Feld bei Großaltdorf liebt das heiße, sonnige Wetter. Da blüht sie so richtig auf. Der vergangene Juli hatte mit 280 Stunden Sonnenschein für die Blume so einiges zu bieten.
Diese Sonnenblume auf einem Feld bei Großaltdorf liebt das heiße, sonnige Wetter. Da blüht sie so richtig auf. Der vergangene Juli hatte mit 280 Stunden Sonnenschein für die Blume so einiges zu bieten. © Foto: Ufuk Arslan
Rosengarten / SWP 05.08.2015
Nach dem Juli 2006 und dem August 2003 ist der vergangene Monat der wärmste seit Beginn der Messungen in der Wetterstation Westheim. Es gab sogar eine Tropennacht mit 20,4 Grad.

"Der Juli 2015 hat die Bronzemedaille errungen, er ist der drittwärmste Sommermonat seit Messbeginn der Wetterstation Westheim 1985", erklärt Wetterexperte Martin Melber. Nur der Juli 2006 - das "WM-Sommermärchen" - mit einer Mitteltemperatur von 22,6 Grad und der August 2003, der "Jahrhundertsommer" mit 22,4 Grad, waren wärmer. In diesem Juli errechnete Melber eine Mitteltemperatur von 21,7 Grad. Das ist gegenüber dem langjährigen Soll von 17,8 Grad um 3,9 Grad zu warm. Den kältesten Juli gab es im Jahr 2000 mit 16,0 Grad Celsius.

Hoch "Annelie" brachte schon zu Monatsbeginn hitzige Temperaturen. So wurde der bisherige Höchstwert der vergangenen 30 Jahre vom 27. Juli 2013 mit 36,9 Grad gleich zweimal überboten: Am 4. Juli diesen Jahres wurden 37,2 Grad und am 5. Juli 37,8 Grad in Westheim gemessen. Extrem war auch die mittlere Monatshöchsttemperatur: sie betrug 28,5 Grad. "Normal sind 23,3 Grad, das sind also 5,2 Grad mehr", sagt Melber.

Im Westheimer Klimabuch stehen für den vergangenen Juli 20 Sommertage mit mehr als 25 Grad. Zehn davon waren heiß mit mehr als 30 Grad. Sechs Tage wurden als Tropentage bezeichnet, weil die Tagesmitteltemperatur mehr als 25 Grad betrug. Erst zum zweiten Mal überhaupt gab es seit 1985 eine Tropennacht. Am 6. Juli betrug das Minimum 20,4 Grad. Erstmals kam das im September 2006 mit 20,6 Grad vor. "In Tallagen des Kochertals sind Tropennächte äußerst selten", erklärt Melber.

Die Monatstiefsttemperatur hat Martin Melber am Monatsletzten mit 6,3 Grad gemessen, am Erdboden mit 4,8 Grad. Messbarer Niederschlag fiel an elf Tagen, insgesamt nur 26,6 Liter pro Quadratmeter. Das sind lediglich 32 Prozent des langjährigen Solls von 82 Liter pro Quadratmeter. "Damit ist es der trockenste Juli seit über 30 Jahren, bisher war der trockenste Juli 2003 mit 41 Litern pro Quadratmeter", so Melber. Der regenreichste Juli wurde 1996 mit 149,5 Liter gemessen, dicht gefolgt vom letztjährigen Juli mit 149,2 Litern. Die größte Tagesmenge fiel am 22. Juli mit 7,1 Litern pro Quadratmeter, ein Starkregentag blieb aber aus.

In Westheim gab es nur vier Gewittertage, die sehr glimpflich verliefen, lokal gab es im Landkreis aber auch Gewitter mit Hagelschlag. Die Sonne schien deutlich über ihrem Soll: es wurden rund 280 Stunden Sonnenschein gemessen.

Heiter und ganztägig wolkenfrei waren sieben Tage, nur vier Tage waren trüb und wolkenverhangen.

Unter sonstige Beobachtungen gab es am 25. einen ungewöhnlich heftigen Sommersturm. Sturmtief "Zeljko" brachte Sturmböen bis Windstärke acht, das waren bis zu 83 Stundenkilometer. Auch Sturmtief "Andreas" brachte am 27. und 28. Juli sehr windiges Wetter.

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