Schule Sitzen bleiben: Ja oder Nein - Das meinen Schulleiter aus dem Kreis

Landkreis / SEL 23.02.2013
Keine Notwendigkeit Norbert Reinauer, Schulleiter der Hermann-Merz-Schule Ilshofen, hält die von der Landesregierung diskutierte Abschaffung des Sitzenbleibens in Gemeinschaftsschulen für möglich.

"Dort werden Kinder durch individuelle Förderung, durch auf sie zugeschnittene Lehrpläne, an ihre persönliche Grenze geführt. Wenn genügend Lehrerstunden da sind, kann ich mir das gut vorstellen. Bei Gemeinschaftsschulen ist zunächst noch offen, welchen Schulabschluss das Kind später machen wird. Anders ist die Lage an Gymnasien und Realschulen." Manfred Koch, geschäftsführender Schulleiter in Crailsheim, beurteilt die Lage ähnlich und betont ebenfalls, dass die Schulen dafür Unterstützung brauchen: Fortbildung, die Lehrer befähigt, Klassen mit sehr leistungsverschiedenen Schülern zu unterrichten; pädagogische Assistenten, die einzelne Schüler gezielt fördern können und eine gute Lehrerversorgung.

Kann Chance sein "Wir haben relativ wenig Sitzenbleiber", sagt Martin Messerschmidt, Schulleiter des Lise-Meitner-Gymnasiums in Crailsheim, "weit unter Landesdurchschnitt." Er will keine pauschale Einschätzung abgeben - bei jedem Schüler müsse geschaut werden, woran es hakt. Wenn es nur eine vorübergehende Schwäche ist, könne der Schüler an der Schule bleiben und versetzt werden. Bei manchen Schülern sei die Wiederholung eine Chance.

"Wir schöpfen alle Möglichkeiten aus", sagt Thomas Preisendanz, Leiter des Gymnasiums bei St. Michael in Hall. "Man muss sich den Einzelfall anschauen." Wenn ein Schüler mit je einer Fünf in Englisch und Geschichte nach der Versetzungsordnung eigentlich sitzen bleiben müsste, empfehle er dennoch die Versetzung, wenn der Schüler die Lücken in Geschichte nachhole und etwa über einen Auslandsaufenthalt die Englischkenntnisse vertiefe. Wenn ein Schüler insgesamt Schwierigkeiten habe, sollten die Eltern die Entscheidungsfreiheit haben, ihr Kind die Klasse wiederholen zu lassen.