Sommerserie Sicherheit und Anbindung im Blick

Reinhold Horch vor der Falle am Mühlenkanal der ehemaligen Mahlmühle Henninger von 1837. Er pflegt einen Teil des Bühlertalwanderwegs.
Reinhold Horch vor der Falle am Mühlenkanal der ehemaligen Mahlmühle Henninger von 1837. Er pflegt einen Teil des Bühlertalwanderwegs. © Foto: Ursula Richter
Bühlertal / Ursula Richter 08.09.2018

Er beginnt bisher in Pommertsweiler und endet nach drei Etappen in Geislingen. Nun wird der Weg neu konzeptioniert. Eva Carle, die für den Bühlertal-Wandertourismus zuständig ist, hat verschiedene Mängel gesammelt. Einer davon ist die Sicherheit. So hat ein Unglück erst am 25. August die Gemüter bewegt. Zwei Wanderinnen sind an diesem Tag auf dem Bühlertalwanderweg bei Anhausen nach der Gemarkung Vellberg 25 Meter in die Tiefe gestürzt. Eine der beiden 59-jährigen Schwestern zog sich lebensgefährliche, die andere schwere Verletzungen zu. Der Wanderweg – den die beiden offenbar verlassen hatten – ist in diesem Bereich unbefestigt und als schwierige Wegstrecke ausgeschildert.

Auch die Passage direkt an der Bühler Richtung Buch gilt als nicht ganz unproblematisch. Die ausgesprochen malerischen, naturbelassenen Abschnitte bühlerabwärts nach Vellberg haben offenbar auch ihre Schattenseiten. Auch die Orientierung ist nicht immer einfach. Wenn es sich um Pfade handelt wie beim Einstieg ins Taubenloch vor Eschenau und man von Ummenhofen kommend das Bühlerbrückle über den Steinbach überquert hat, fragt sich mancher, wie es weitergeht.

Das ist bühleraufwärts ganz anders. Auf asphaltierten Wegen ist es einfacher, den Schildchen mit dem charakteristischen Kürzel BTW, das für Bühlertalwanderweg steht, zu folgen. Wenn die Wanderer den Streckenabschnitt von Pommertsweiler kommend über Bühlerzell hinter sich gelassen haben, ist vor allem die Strecke von Bühlertann bis Ummenhofen besonders sicher.

Mit Bahn und Bus zum Start

Ein weiterer Punkt, der die Organisatoren beschäftigt, ist die Mobilität. Der „neue“ Bühlertalwanderweg wird deshalb in Abts­gmünd beginnen. Die Wanderer können dann mit dem Zug bis Aalen fahren und von dort aus mit dem Bus. Die jeweiligen Abschnitte sind ungefähr zehn Kilometer lang. Pommertsweiler ist die erste Station. Nach Bühlerzell sind es dann Vellberg, Cröffelbach und schließlich Eckartshausen mit seinem Bahnhof.

Der Weg wird gerne genutzt. Diese Beobachtung macht auch Reinhold Horch aus Mittelfischach. Er pflegt den mittleren Abschnitt von Bühlerzell bis Vellberg. Auch ihm gefallen die Muschelkalktäler besonders: „Ab Ummenhofen wird es interessant.“ Mit Wanderstiefeln und Rucksack macht er sich auf den Weg. Ein paar Schilder, einen Hammer, eine Sprühflasche mit Wasser und einen Lappen hat er darin. Die lange Astschere in der Hand dient dazu, Brennnesselstauden und andere botanische Hindernisse zu stutzen und Schilder frei zu schneiden. Er schaut außerdem, ob die Schrift darauf gut lesbar ist.

Bei der Infotafel „Flussgeschichten: Die Bühler im Muschelkalk“ im Taubenloch vor Eschenau runzelt er die Stirn und greift gleich nach seinem Rucksack. Die Tafel wird kurz eingesprüht und sorgfältig gesäubert. Dafür, dass alles seine Ordnung hat, ist schließlich er zuständig. Auch seiner Frau Franziska gefällt der Weg. „Meistens geht sie mit.“ Das freut ihn. „Manchmal gehen wir sonntagmorgens einen Abschnitt.“ Später seien nämlich mehr Leute unterwegs.

„Auch mal gegen den Strom“

Ulrike und Rainer Bauer wandern dagegen auch gerne am Sonntagnachmittag. Sie wohnen in Herdtlingshagen und wandern immer ungefähr zwei Stunden. In Geislingen haben sie angefangen. Ulrike Bauer schwärmt: „Ich finde das immer schön, an der Bühler entlangzugehen. Besonders da, wo sie ihre Schleifen dreht und es ruhig ist.“ Rainer Bauer erläutert: „Wir laufen halt gern. Man braucht einen Weg und ein Ziel.“ Ihm gefällt das Stück von Ober­scheffach bis Vellberg am besten. Sie haben vor, den ganzen Bühlertalwanderweg abzugehen. Und warum haben sie an der Mündung angefangen, bühleraufwärts? Da ist er ganz entschieden und lacht: „Man muss auch einmal gegen den Strom schwimmen.“

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