Seitenblicke: Gelber Sack und blauer Enzian

NOA 02.05.2015

Mülltrennung ist ja per se eine gute Sache. Das wird auch niemand bezweifeln. Doch der gelbe Sack bereitet schon lange Sorgen. Das Material ist zu dünn, oft reißen die Säcke auf und der oft unappetitliche Inhalt fliegt in der Gegend rum. Die Landesregierung überlegt gerade, ob man aus dem Dualen System aussteigt. Das würde das Ende des gelben Sacks bedeuten, die Müllentsorgung wäre wieder eine rein kommunale Angelegenheit - also in unserem Fall eine Sache des Landkreises. Dort steht man den Überlegungen aufgeschlossen gegenüber und hat sich schon so seine Gedanken gemacht. Doch sich jetzt schon auf Wertstoffsäcke oder -tonnen zu freuen, wie sie sich das Landratsamt vorstellt, zu freuen, ist einfach noch zu früh. Denn die Mühlen der großen Politik mahlen nun einmal langsam. Ob der Vorschlag aus Stuttgart im Bundesrat erfolgreich ist, ist noch völlig offen. Daher heißt es erst einmal weiter brav die dünnen Säcke befüllen und zu hoffen, dass sie bis zur Abholung heile am Straßenrand stehen bleiben.

Was es nicht alles in der Natur unserer schönen Heimat zu entdecken gibt! Sogar der Enzian ist hier zu Hause. Auf der Wittauer Wachholderheide bei Crailsheim ist er gerade in voller Blüte zu bewundern. Doch handelt es sich bei dem Gewächs nicht um die Grundlage für den berühmten Enzian-Schnaps. Der hiesige Frühlingsenzian ist blau und schmeckt nicht einmal Schafen. Denn er ist bitter und daher in erster Linie schön anzuschauen mit seinen blauen Blüten. Schafe sind halt auch Feinschmecker und fressen nicht alles. Wer sich am Anblick der Pflanzen erfreuen will, sollte sich aber sputen: Bis Anfang Mai stehen sie in Blüte, dann verschwinden sie wieder. Den Schafen wird das egal sein, sie rühren den Enzian ja eh nicht an.