Seitenblicke: Alkohol und Datenkrake

NORBERT ACKER 20.02.2016

Jugendliche gehen in einen Laden und wollen harten Alkohol kaufen. Begleitet werden sie dabei im Hintergrund von Mitarbeitern des Jugendamts und Polizisten. Haben die jungen Leute Erfolg und "erbeuten" beispielsweise eine Flasche Schnaps, wird es ärgerlich für den Verkäufer oder den Ladenbesitzer. Seit Jahren gibt es diese Testkaufaktionen und sie scheinen zu wirken: An den Kassen hat es sich herumgesprochen, dass man besser auf den Jugendschutz achtet und sich im Notfall den Ausweis vorlegen lässt. Auch wenn solch eine Aktion so manchen an Überwachung denken lässt, ist sie doch ein wichtiges Instrument. Jugendliche müssen geschützt und die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes überprüft werden. Natürlich lässt es sich nicht verifizieren, wie es aussieht, wenn keine Tester unterwegs sind. Aber wenn von 40 Versuchen, harten Alkohol zu kaufen, nur zehn von "Erfolg" gekrönt sind, ist das ein gutes Zeichen. Manch einer würde sich sogar freuen, wenn er an der Kasse mal wieder den Ausweis vorzeigen müsste, ist das doch ein Hinweis auf ein jugendlich-frisches Aussehen. Nun, das ist leider nicht mehr jedem gegeben . . .

Ein neuer Computervirus legt Rechner in der Region lahm und sperrt Daten. Eigentlich ist solch eine Nachricht in der heutigen Informationsgesellschaft seltsam. Mittlerweile sollte doch jeder, der regelmässig mit Computern zu tun hat, wissen, dass man Anhänge in seltsam aussehenden Mails nicht öffnen sollte. Das Risiko ist einfach zu groß. Ja, das Internet ist schon tückisch, gehört aber mittlerweile zu unserem Leben dazu. Viren oder Trojaner fängt man sich nicht unbedingt ein, wenn man auf Facebook oder anderen sozialen Medien unterwegs ist. So, wie auch einige unserer hiesigen Landtagskandidaten sind. Doch nicht jeder hat die Schnelligkeit dieser Plattformen verstanden und antwortet dem interessierten Wähler bei persönlichen Anfragen sofort - oder überhaupt. Dabei gehört dieses Instrument doch mittlerweile auch in der Werbung und im Marketing zu einem nicht mehr wegzudenkenden Werkzeug. Manche Politiker sind eben noch richtig Oldschool - man muss sich ja auch den "Datenkraken" nicht ausliefern. Zumal es dort ja auch ganz schön ruppig zugehen kann - aber das sollten Politiker mit Wahlkampf- und Landtagserfahrung eigentlich verkraften.