Manchmal muss sich Ortsvorsteherin Rose-Marie Nauber richtig ärgern. "Da kommen die Händler und verlangen ihren Stammplatz - und haben doch gar keinen. Sie haben den großen Flohmarkt an Ostern mit unserem Straßenfest im August verwechselt", erklärt sie. "Manche werden richtig pampig und sagen: ,Ich weiß es besser, ich bin doch seit zehn Jahren da'." Doch Ortsvorsteherin Nauber ist seit Anbeginn des Straßenfests dabei, und das gibt es immerhin seit 25 Jahren. Erst im Lauf der Jahre sei der kleine Flohmarkt dazugekommen, sagt sie. Freilich: Klein ist relativ. Gestern haben immerhin 50 bis 60 Händler ihre Stände auf der Hauptstraße aufgebaut.

Großer Beliebtheit erfreut sich zum Beispiel der Stand von Ferial und Peter Giehl aus Stuttgart. Sie handeln vor allem mit Taschen. "Ich liebe altes Leder. Es hat so viel Charakter", sagt Ferial Giel und steckt ihre Kunden mit ihrer Begeisterung an.

Seit dem frühen Morgen sind die Händler da, und so manche gehen später auf die Suche nach einem Frühstück. "Doch auch das gibt's nur an Ostern", teilt ihnen Rose-Marie Nauber dann mit. "Heute beginnt der Ausschank erst nach der Kirche."

A propos Kirche: Immer zum Straßenfest gibt es einen Gottesdienst in der Schlosskirche, berichtet Nauber. "Das ist für uns Bartensteiner mal eine gute Gelegenheit, hier in die Kirche zu gehen." Denn sonst müssen sie nach Ettenhausen fahren. Und so ist der ökumenische Gottesdienst am Sonntag ein heimliches Highlight des Straßenfests. Auch wenn die Bartensteiner kaum Zeit dafür haben. Denn beim Straßenfest helfen alle mit. Bartenstein hat zwar nur 380 Einwohner, aber immerhin sieben Vereine. Und die stemmen dieses Fest gemeinsam.

Ortsvorsteherin Nauber erinnert an die Anfänge: "Als die Hauptstraße gerichtet und die Bäume gesetzt wurden, wollten wir das feiern." Damals wurde genau ausgeklügelt, wie sich die einzelnen Vereine einbringen könnten - "und genau so ist es bis auf den heutigen Tag geblieben", bestätigt sie. Die Feuerwehr kümmert sich um den alkoholischen Ausschank, die Kleintierzüchter um den nicht alkoholischen. Der TSV brät Wurst und Steak, die Chorgemeinschaft ist für Kaffee und Kuchen zuständig, der Ortschaftsverein für das Mittagessen, der Angelsportverein für Genüsse aus Fisch. Und die wichtigste Aufgabe hat der Albverein übernommen: Er ist Herr über das Geschirrmobil.

"Das Fest und das gemeinsame Schaffen ist gut für die Dorfgemeinschaft", sagt Nauber - und freut sich schon auf den Montag, wenn alles aufgeräumt ist. Alles? Nein, ein Grill bleibt draußen und ein paar Bierbänke unter den Bäumen beim Rathaus auch. Denn dann sind die Bartensteiner in ihrem hübschen Städtchen wieder unter sich und vertilgen die Reste. Nauber: "Und dann sind alle gleichzeitig mit dem Aufräumen fertig."