Kirchberg Sehenswertes auf vier Stockwerken

1973 zog das Sandelsche Museum in den Barockbau der ehemaligen Lateinschule, eröffnet wurde es 1930 direkt nebenan.
1973 zog das Sandelsche Museum in den Barockbau der ehemaligen Lateinschule, eröffnet wurde es 1930 direkt nebenan. © Foto: Hartmut Volk
Kirchberg / Luca Schmidt 22.06.2018
Das Sandelsche Museum verlangt seit diesem Jahr keinen Eintritt mehr. Ob sich das positiv auf die Besucherzahlen auswirkt, lässt sich nicht sagen: „Das muss sich erst noch herumsprechen.“

Freien Eintritt – das gibt es seit diesem Jahr im Sandelschen Museum in Kirchberg. Ganz neu ist die Idee aber nicht: Das Hällisch-Fränkische Museum in Schwäbisch Hall beispielsweise fährt seit dem 1. Januar 2016 eine ähnliche Strategie.

Kirchbergs Bürgermeister Stefan Ohr erklärt, wie es zum kostenlosen Eintritt kam. „Wir vom Museumsbeirat haben uns darüber Gedanken gemacht. Viele andere Museen verzichten bereits auf das Eintrittsgeld. Wir wollen den Besuchern hier unser sehenswertes und attraktives Museum zeigen. Das soll nicht am Geld für den Eintritt scheitern.“ Statt des Eintritts steht nun also eine ­Spendenglasflasche. Dort kann jeder Besucher freiwillig den Betrag einwerfen, den er für richtig hält.

Eine Diskussion, die umgeht

Friedrich König ist aus Kirchberg und Vorsitzender des Arbeitskreises „Museen und Schlösser in Hohenlohe-Franken.“ Wie viele Museen keinen Eintritt verlangen, könne er nicht sagen, so König. Aber die Diskussion um freien Eintritt in Museen sei eine, „die umgeht. Das können aber nicht alle machen. Private Museen sind auf die Einnahmen angewiesen und die größeren Museen des Landes haben das Geld schon eingeplant“, betont König. Bei den kommunalen Einrichtungen trage die Gemeinde die Kosten.

Ob mehr Besucher durch den kostenlosen Eintritt kommen, ist nicht sicher. „Das müssen wir erst noch auszählen. Mein Eindruck ist aber, dass es genauso viele sind wie im vergangenen Jahr auch.“ Eventuell wissen die meisten Leute gar nichts von dem freien Eintritt, so König. „Das muss sich erst noch herumsprechen.“

Entstanden ist das Sandelsche Museum durch das Vermächtnis von Theodor Sandel, der 1927 starb. Er entstammte einer reichen Apothekerfamilie, die seit Generationen in Hohenlohe eine bedeutende Rolle spielte und die wertvolle Einrichtungsstücke besaß. Er ergänzte die Besitztümer. Er interessierte sich aber hauptsächlich für die Heimatgeschichte. Nach seinem Tod stiftete Sandel seine Sammlung, um den Grundstock für ein städtisches Museum zu legen.

Reste vom Waldnashorn

Das Sandelsche Museum wurde 1930 eröffnet, damals in der Kirchstraße 19. 1973 folgte der Umzug in den Barockbau der ehemaligen Lateinschule, direkt nebenan. Auf vier Stockwerken zeigt das ­Museum heute seine Sammlung. Im Untergeschoss dreht sich ­alles um die Geologie und die Paläontologie. Im Mittelpunkt steht hier der älteste Kirchberger: ein 250 000 Jahre altes Waldnashorn, von dem Reste auf der Kirchberger Markung gefunden wurden.

Info

Das Sandelsche Museum hat von Ende März bis Anfang Januar sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für Gruppen sind auch Führungen nach Vereinbarung möglich. Weitere Informationen unter Telefon 07954/ 921842 oder bei der Stadtverwaltung unter Telefon 07954/98010.

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