Vellberg/Obersontheim Schumann will erweitern

Vellberg/Obersontheim / SIGRID BAUER 30.01.2013
Seit 60 Jahren baut das Unternehmen Schumann im Steinbruch bei Eschenau Muschelkalkstein ab. Jetzt soll der Bruch soll nach Osten hin erweitert werden. Die Stadt Vellberg ist damit einverstanden.

Dort, wo 1953 erstmals Gestein abgebaut worden ist, "sind jetzt wieder Äcker", stellt Andreas Schumann, Sohn des Geschäftsführers Friedrich Schumann, fest. Wenn das Landratsamt eine Abbaufläche genehmige, schließe das die Pflicht des Betreibers ein, die Landschaft später wiederherzustellen. Das Loch rutscht so immer weiter: Auf der einen Seite wird abgebaut, auf der anderen Seite der Steinbruch mit dem Abraum aufgefüllt.

Die Erweiterungsfläche Blinkäcker Ost umfasst mit knapp zehn Hektar den Bereich zwischen dem jetzigen Steinbruch und Merkelbach entlang der Kreisstraße 2619. Der südliche Rand mit der Kuppe des Neugreut liegt auf Obersontheimer Gemarkung. Von dort aus beginnt der Abbau Richtung Norden. Der Ortschaftsrat Untersontheim hat sein Einverständnis zur Erweiterung gegeben. Anfang Februar wird der Bauausschuss des Obersontheimer Gemeinderats darüber beraten. Bürgermeister Siegfried Trittner rechnet mit dem Okay. "Wenn die Auflagen wie bisher gelten, sehe ich kein Problem."

Vellberg, auf dessen Gebiet der geplante Steinabbau überwiegend liegt, hat schon im Januar sein Einvernehmen erteilt. Der Rat weist aber darauf hin, dass der Abstand zu Merkelbach mindestens 300 Meter betragen müsse. Im Plan ist der Abstand zu dem Weiler und einem Aussiedlerhof geringer. Die Firma Schumann hat versichert, dass die Lärmwerte laut einem Gutachten in der Norm seien. "Wir haben Messungen vornehmen lassen, die zeigen, dass wir die gesetzlichen Rahmenbedingungen nicht ausreizen", erklärt Andreas Schumann. Die Firma sei immer im Dialog mit Vellberg und Obersontheim, betont er.

Anwohner in Eschenau äußern sich allerdings kritisch zum LKW-Verkehr. Er wohne direkt an der Bühlerbrücke in Eschenau, erzählt Karl Lindner. Da werde er schon manchmal durch die Transporte belästigt. Aber immerhin schaffe der Steinbruch ja auch Arbeitsplätze.

Das Familienunternehmen mit 20 Mitarbeitern produziert Schotter in unterschiedlichen Körnungen und Schottergemische für den Unterbau von Straßen oder zur Verfestigung von Feldwegen. Splitt kommt in der Beton- und Asphaltherstellung zum Einsatz, während Gesteinsmehle als Dünger in der Landwirtschaft gebraucht werden.

Stolz ist Schumann auf die vielen Fossilien aus dem Eschenauer Steinbruch, die im Muschelkalkmuseum Ingelfingen zu sehen sind. Das Unternehmen ist Mitglied der Alberti-Stiftung. Mit zwölf weiteren Steinbruchbetreibern fördert die Stiftung die paläontologische Forschung, die sich mit Versteinerungen urzeitlicher Lebewesen beschäftigt.