Rot am See Schule platzt aus allen Nähten - Erweiterungsbau möglich?

In der Gemeinschaftsschule in Rot am See fehlt es nicht nur an Klassenzimmern: Auch das Mittagessen für die Ganztagesbetreuung spielt sich in drangvoller Enge mitten im Foyer der Bildungsstätte ab. Privatfoto
In der Gemeinschaftsschule in Rot am See fehlt es nicht nur an Klassenzimmern: Auch das Mittagessen für die Ganztagesbetreuung spielt sich in drangvoller Enge mitten im Foyer der Bildungsstätte ab. Privatfoto
Rot am See / HARALD ZIGAN 14.05.2014
Anderswo werden Schulhäuser dichtgemacht - und in Rot am See denkt der Gemeinderat laut über einen Erweiterungsbau nach: Die bislang einzige Gemeinschaftsschule im Kreis Hall platzt aus allen Nähten.

Davon träumt so manche Kommune in Hohenlohe: In Rot am See reißt der Schülerstrom in die vor einem Jahr gestartete Gemeinschaftsschule nicht ab. Für das kommende Schuljahr liegen bereits 52 Anmeldungen vor.

Und es sind beileibe nicht nur Eltern aus Rot am See und der näheren Umgebung, die ihre Kinder in diese Bildungsstätte neuen Typs schicken: 5 von 14 Grundschülern aus Langenburg wechseln zum Beispiel nach Rot am See, allein aus Blaufelden kommen 15 Neuzugänge in die Nachbargemeinde.

Tendenz stark steigend

Die Wertschätzung für die Schule in der Ortsmitte von Rot am See zeigt sich auch daran, dass Eltern Fahrgemeinschaften bilden, wenn die bestehenden Buslinien keine vernünftigen Verbindungen bieten. Im Schuljahr 2012/2013 wurden noch 304 Kinder und Jugendliche in Rot am See unterrichtet. Derzeit drücken 325 Jungen und Mädchen die Schulbank in Rot am See - mit stark steigender Tendenz: Rektor Oliver Grau rechnete den Gemeinderäten in der jüngsten Sitzung des Kommunalparlaments vor, dass die Schule in den nächsten fünf Jahren durchweg zweizügig mit insgesamt 22 Klassen in der Grundschule sowie in der Sekundarstufe I "gefahren" werden kann.

Die glänzende Medaille dieser Erfolgsgeschichte hat allerdings eine Kehrseite: Schon im nächsten Schuljahr fehlen drei Klassenzimmer. Ambulant kann das Problem nur gelöst werden, wenn ein Kellerzimmer renoviert, der Raum für Bildende Kunst aufgegeben und eine Klasse auf Wanderschaft durch das Schulhaus geschickt wird.

Provisorium nur vorrübergehend

Zum Dauerzustand soll das Provisorium aber auf keinen Fall werden: Bürgermeister Gröner bereitete die Kommunalpolitiker schon jetzt darauf vor, dass man in nächster Zeit um einen Erweiterungsbau für die Gemeinschaftsschule wohl nicht herumkomme: "Wenn wir eine attraktive Gemeinschaftsschule sein wollen, dann brauchen wir auch die Räumlichkeiten hierfür."

Beim Regierungspräsidium in Stuttgart habe er schon die Fördermöglichkeiten für neue Räume ausgelotet, frühestens im Herbst nächsten Jahres könne ein entsprechender Antrag gestellt werden. Bis dahin "können wir alles in Ruhe vorbereiten", sagte der Bürgermeister.

Auf der Raum-Agenda müsste dann auch eine Mensa für die Ganztagesbetreuung an der Schule stehen. Derzeit wandern in Spitzenzeiten rund 80 Mittagessen über den Tresen - die Mahlzeiten müssen dicht gedrängt im Foyer der Schule zum Teil in mehreren Schichten eingenommen werden, weil kein besserer, ruhigerer und größerer Platz zur Verfügung steht. Angesichts der vielen auswärtigen Schüler dürfte die Mittagstisch-Nachfrage weiter steigen.

Schon im nächsten Schuljahr jedenfalls wird ein neues elektronisches Bezahlsystem mit aufladbarer Geldkarte das bisherige, sehr umständliche und zeitraubende Listenverfahren für die Essensbestellungen ablösen.

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