Am Mittwoch der vergangenen Woche war der Startschuss für den Umzug vom alten Schulgebäude in den Containerbau auf dem Parkplatz der Steinäckerhalle. „Lehrer, Eltern und Mitarbeiter des Bauhofs haben mitgeholfen“, sagt Rektor Eberhard Marstaller am Montagmittag in seinem neuen Büro. Er schaut aus dem Fenster und muss feststellen: „Die Aussicht hier ist ja viel schöner, als in meinem alten Büro.“ Bürgermeister Wolfgang Binnig sitzt neben dem Pädagogen und muss lachen. „Wir haben den Umzug ein wenig vorgezogen. Ursprünglich war geplant, erst diese Woche anzufangen. So ist es jetzt ein wenig angenehmer“, sagt er. Es sei alles minutiös geplant worden, man habe sich immerhin fast ein Jahr darauf vorbereitet.

40 Container beherbergen von heute an acht Klassenzimmer, einen Gruppenraum, Lehrerzimmer, Rektorat und Sekretariat. Dazwischen befindet sich in jedem der beiden Stockwerke ein Gang. Die Einrichtung ist aus dem alten Schulgebäude herbeigeschafft worden. Die Zimmer der beiden ersten Klassen sind etwas größer, anstatt drei Containermodulen haben sie vier. „Im hinteren Teil des Raums ist noch Platz zum Spielen“, erklärt Marstaller beim Rundgang durch das Schulprovisorium.

Grundschule Michelfeld Klassenzimmer und Schüler ziehen in Container um

Währenddessen wuseln seine Lehrerinnen umher, packen Kartons aus und richten ihre Klassen ein. „Es wird keinerlei Einschränkungen geben. Auch unser Medienkonzept werden wir hier weiterführen können“, sagt der Rektor und zeigt auf einen Beamer. Jeder der Klassenräume sei mit moderner Medientechnik ausgestattet, der Serverraum für die EDV im Containerbau sei auch schon im Betrieb. Die Schule ist nämlich seit geraumer Zeit Referenzschule für Medienbildung. Der Einsatz von Tablets und Computern im Unterricht gehört in Michelfeld zum Schulalltag.

Ausstattung der Schule ist vor dem Umzug entrümpelt worden

Vor dem Umzug ist in der alten Schule gehörig entrümpelt worden. „Das bietet sich da ja an“, sagt Marstaller und zeigt einen alten „Schatz“, den er in einem Schrank gefunden hat: Lehrmaterial aus dem Biologieunterricht von vor Jahrzehnten. „Es ist kaum zu glauben, was man da alles findet“, sagt Marstaller. „So ein Umzug ist ja auch eine Chance, alten Ballast loszuwerden. Wie im normalen Leben.“ Das komplette Inventar der alten Schule habe man im Provisorium natürlich nicht unterbekommen. „Was wir nicht hier unterkriegen, haben wir in der Scheune hinter der Sporthalle eingelagert“, ergänzt der Bürgermeister.

Rund 4,6 Millionen Euro investiert die Gemeinde für die Sanierung und Erweiterung der Grundschule aus dem Baujahr 1959. Zuschüsse vom Land hat es mit 1,1 Millionen Euro gegeben. Allein rund 400.000 Euro entfallen auf die Anmietung der Container, die ein Spezialunternehmen geliefert hat. „3,5 Millionen Euro an Gewerken sind auch schon vergeben“, sagt Bürgermeister Binnig. Man habe sich einen straffen Zeitplan auferlegt. Bis Oktober kommenden Jahres soll das neue, alte Schulgebäude bezugsfertig sein. „Das ist ein sportliches Ziel, aber wir sind zuversichtlich, dass wir es schaffen.“

Umzug ist spannend für die Schüler

Erfahrungen mit der Akustik in dem Containerbau haben die Michelfelder Pädagogen bislang noch nicht machen können. „Das werden wir bald im laufenden Schulbetrieb herausfinden“, sagt Marstaller. „Ich denke aber, dass sich das alles einspielen wird.“ Spannend werde es vor allem für die Zweitklässler: Im vergangenen Jahr hätten sie ihre Schulzeit im alten Schulgebäude begonnen, für ein Jahr ginge es in die Container und im kommenden Jahr stehe der Umzug in die runderneuerte Schule an. Aber auch die Erstklässler werden große Augen machen, wenn sie ihre Klassenräume das erste Mal in Augenschein nehmen können. 52 sind es in diesem Jahr. „186 Schüler in acht Klassen, das kann sich sehen lassen für eine kleine Landgemeinde“, sagt Binnig. Und Rektor Marstaller ergänzt: „Wir haben 17 Lehrkräfte im Kollegium. Vom Lehrermangel im Land sind wir zum Glück nicht betroffen.“

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