Schrozberg Schrozberger Freibad-Schicksal bleibt offen

Vor rund 85 Jahren im Vorbachtal gebaut: Am Freibad in Schrozberg nagt der Zahn der Zeit, etliche Sanierungsarbeiten sind notwendig. Im Herbst will der Gemeinderat über die Zukunft des Freibads entscheiden. Foto: Peer Hahn
Vor rund 85 Jahren im Vorbachtal gebaut: Am Freibad in Schrozberg nagt der Zahn der Zeit, etliche Sanierungsarbeiten sind notwendig. Im Herbst will der Gemeinderat über die Zukunft des Freibads entscheiden. Foto: Peer Hahn
Schrozberg / HARALD ZIGAN 26.07.2013
Über das Schicksal des maroden und hoch defizitären Freibades in Schrozberg hat das Stadtparlament noch nicht entschieden. Über 850 Bürger fordern jetzt per Unterschriftenliste den Erhalt des Freibades.

Eine lange Liste mit exakt 857 Unterschriften drückte Manuela Leiberich in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates dem Schrozberger Bürgermeister Klemens Izsak in die Hand - mitsamt Gutscheinen für den Freibad-Eintritt nebst Currywurst für alle Stadträte.

Die Bürger befürchten, dass die vor rund 85 Jahren im Vorbachtal gebaute Stätte des feuchten Vergnügens auf die "schwarze Liste" geraten und schon im nächsten Jahr geschlossen werden könnte - was als herber Verlust vor allem für die Schrozberger Kinder angesehen wird, die weite Wege in die nächstliegenden Freibäder zurücklegen müssten.

Die ersten dunklen Wolken über dem Freibad zogen schon im Februar 2013 auf: Bei den Haushaltsberatungen dachten einige Gemeinderäte laut (und legitim) über das hohe Defizit (64.000 Euro pro Jahr), mögliche Sanierungskosten und die Jahr um Jahr nach unten weisenden Besucherzahlen nach.

Knall auf Fall (wie jüngst in Goldbach) wollten die Schrozberger Kommunalpolitiker das Freibad aber auf keinen Fall trockenlegen: Erst im Herbst 2013, so die Beschlusslage, soll das künftige Schicksal des Freibades erneut auf die Tagesordnung kommen und je nach Sanierungsaufwand entschieden werden. Die Kosten dürften freilich nicht gerade niedrig sein.

Bürgermeister Klemens Izsak machte keinen Hehl daraus, dass ihm die derzeitige Unterschriften-Sammlerei in seiner Stadt (zuletzt gegen Mobilfunksender und jetzt in Sachen Freibad) ganz gewaltig gegen den Strich geht: Kein einziger Bürger habe sich nämlich seit der Debatte im Februar auf dem Rathaus über den Stand der Dinge informiert: "Stattdessen werden mit irgendwelchen Halbwahrheiten Unterschriften gesammelt."

"Weitaus besser als Unterschriften", so Klemens Izsak, "wäre es, Eintrittskarten für das Freibad zu lösen." Neben 1400 Einzeltickets seien heuer gerade mal elf Familienkarten und 21 Dauerkarten für Erwachsene und Kinder verkauft worden: "Die Stadt subventioniert jeden Freibad-Besucher mit 18 bis 20 Euro". Izsak regte letztlich einen runden Tisch an, an dem Bürger und Verwaltung nach Lösungen für das Freibad suchen können.