Fichtenberg Scholz Recycling plant neue Zufahrt

RICHARD FÄRBER 14.04.2014
Scholz Recycling in Fichtenberg will im Herbst mit der Umgestaltung des Werksgeländes beginnen. Im kommenden Frühjahr soll die Werkszufahrt in der Hauptstraße endgültig geschlossen werden.

Das gibt dann wohl eine Punktlandung. Nach dem Bau der Umgehungsstraße hat die Gemeinde Fichtenberg mit der Firma Scholz Recycling vertraglich vereinbart, dass die bisherige Zufahrt zum Werksgelände bis 2015 geschlossen werden soll. Das Unternehmen hat im Zuge des Straßenbaus eine neue Zufahrt erhalten: Die dem Gründer der einstigen Firma Schrott-Schmidt gewidmete Hans-Schmidt-Straße führt außerhalb des Dorfes über eine Brücke zur neuen L 1066. Die Brücke wurde von der Gemeinde finanziert.

Nutzen kann das Unternehmen die neue Zufahrt ohne weiteres nicht. Um die Betriebsabläufe an veränderte Gegebenheiten anzupassen, sind größere Umbauten nötig, die auch erwirtschaftet werden müssen. Das Fichtenberger Unternehmen hat stets versichert, dass man schwarze Zahlen schreibe und dass der Umbau wie geplant durchgeführt werde. Ein Unsicherheitsfaktor war allerdings die Lage des Mutterkonzerns. Die Scholz AG in Esslingen hatte durch Expansion hohe Schulden angehäuft. Als die Metall- und Schrottpreise sanken, wurde der Konzern zum Sanierungsfall.

Nun hat sich ein solventer Partner gefunden. Am vergangenen Donnerstag gab die Scholz AG bekannt, dass die Toyota Tsusho Corporation TTC der Eigentümerfamilie Scholz 39,9 Prozent der Anteile abkaufen und außerdem Kapital in nicht genannter Höhe zuschießen werde (die RUNDSCHAU hat berichtet). Die laufende Restrukturierung könne damit erfolgreich abgeschlossen werden, gab das Unternehmen bekannt. Die Schuldenlast von 1,1 Milliarden Euro soll durch den Verkauf der Aluminium-Produktion und der Edelstahl-Sparte auf 700 Millionen Euro gesenkt werden.

Ob diese Entwicklung den endgültigen Ausschlag für die notwendige Neustrukturierung der Scholz Recycling in Fichtenberg gegeben hat, ist nicht bekannt. Allerdings habe man nun definitiv eine Zusage von der Konzernspitze erhalten, berichtete Bürgermeister Roland Miola am Donnerstag im Gemeinderat. Der bisherige und auch künftige Vorstandsvorsitzende Oliver Scholz habe zugesichert, dass noch im Herbst mit der Arbeit begonnen werden soll.