Oberrot Schnelles Internet: Kleine Teilorte bleiben auf der Strecke

Glasfaserkabel können eine große Datenmenge schnell übertragen. In Oberrot will die Gemeinde nun Hohenhardtsweiler ans schnelle Netz anschließen. Foto: dpa
Glasfaserkabel können eine große Datenmenge schnell übertragen. In Oberrot will die Gemeinde nun Hohenhardtsweiler ans schnelle Netz anschließen. Foto: dpa
Oberrot / PETER LINDAU 24.07.2013
In Oberrot ist der Gemeinderat bereit, die Versorgung mit Breitbandverbindungen für schnelles Internet zu verbessern. Allerdings sollen sich die Bürger an den Kosten für das Projekt beteiligen.

Die Verfügbarkeit einer schnellen Internetverbindung ist heutzutage ein wesentliches Kriterium für den Verkauf eines Bauplatzes. Stehen hohe Übertragungsraten zur Verfügung, können auch im ländlichen Raum "saubere" und damit für Kommunen hoch willkommene Arbeitsplätze im IT-Bereich geschaffen werden.

In Oberrot stehen im Hauptort sowie in Hausen und Obermühle zeitgemäße Breitbandverbindungen zur Verfügung. In Obermühle mussten die Einwohner dafür in der Vergangenheit allerdings in die Tasche greifen. Die Verwaltung ermittelte, dass das damalige Fernmeldeamt Schwäbisch Hall einen Zuschuss von bis zu 750 Euro je Wohneinheit verlangte.

Nach umfangreicher Beratung über das Thema Breitbandversorgung (wir berichteten), wollte der Gemeinderat nun am Montag Nägel mit Köpfen machen. Auch Hohenhardtsweiler, Seehölzle und Frankenberg sollen über ein Glasfaserkabel an die Datenautobahn angeschlossen werden. Die Gemeinde kalkuliert dafür mit Kosten von rund 90.000 Euro bei einer möglichen Fördersumme von knapp 39.000 Euro. Addieren werden sich dann noch Aufwendungen für den Betrieb. Unterm Strich würden sich die Ausbaukosten für die Gemeinde, ohne Planungskosten, auf 87.000 Euro belaufen. Davon könnten 119 Haushalte mit 311 Bewohnern profitieren. Der Gemeinderat hat nun beschlossen das Projekt zu stemmen, wenn sich die Bürgerschaft bis zum 31. Oktober 2013 mit 25 000 Euro beteiligt.

Bürgermeister Daniel Bullinger sprach zunächst von Kosten in Höhe von 180 Euro je Haushalt. Allerdings basiert diese Zahl auf einer Eigenbeteiligung der Bürger von 20.000 Euro.

Am 2. September sollen nun alle Haushalte im betreffenden Versorgungsgebiet ein ausführliches Infoschreiben erhalten. Für den 16. September ist eine öffentliche Infoveranstaltung geplant. Dabei soll auch ein örtlicher Ansprechpartner bestimmt werden. Die Bürger haben es damit selbst in der Hand, ob sie künftig über schnelles Internet verfügen werden oder nicht.

Achim Fritz findet es schade, dass die Bewohner noch kleinerer Teilorte weiter auf schnelles Internet verzichten müssen. Die Kosten für den Aufbau der technischen Infrastruktur würden sich für die Anbieter nicht rechnen. "So bleiben wir in Sachen schnellem Internet Bürger zweiter Wahl", kritisierte Fritz. So gehts in Sachen Internet in Marhördt oder im Stiershof mit Übertragungsraten von einem oder zwei Megabit pro Sekunde in Zukunft eben im Schneckentempo weiter.