Verkauf Schloss Kirchberg wechselt den Besitzer

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Kirchberg / PM 24.09.2015
Die Evangelische Heimstiftung verkauft das Schloss Kirchberg an die gemeinnützige Stiftung „Haus der Bauern“ aus Schwäbisch Hall, welche zur Unternehmensgruppe Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall gehört.
Das neue Nutzungskonzept sieht eine Akademie für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft vor mit ökologischer Lehre und Forschung, Berufsbildung und Ausbildung. Der im Hauptbau des Schlosses etablierte Künstlerverein „AufgeSCHLOSSen“ kann die Räumlichkeiten im Schloss weiterhin nutzen.

Die Evangelische Heimstiftung (EHS) als derzeitige Eigentümerin und gemeinnützige Betreiberin von Pflegeeinrichtungen sieht sich mit dem Betrieb eines historischen Barockschlosses auf Dauer überfordert. Ziel war es deshalb, das Schloss Kirchberg auf der Grundlage des 2012 gemeinsam erarbeiteten Zukunftskonzeptes an einen öffentlichen oder privaten Träger zu verkaufen. Der Betrieb des Pflegeheims im Schloss wurde deshalb eingestellt und vollständig auf das angrenzende Fürst-Ludwig-Haus überführt. Damit stand das Schloss Kirchberg, bestehend aus Hauptbau, dem Marstall und dem Witwenbau (Anlage) zur freien Disposition.
Für die Stadt Kirchberg, den Landkreis Schwäbisch Hall und die Region Hohenlohe hat sich dadurch die großartige Chance eröffnet, eines der bedeutendsten Kulturgüter des Landes für die Öffentlichkeit zu erhalten und dieses mit neuem Leben zu füllen. Das einzigartige Ensemble, die historische Stadt Kirchberg und das wunderbar gelegene Barockschloss, das mit historischen Räumen, einem herrlichen Park und einladenden Innenhöfen aufwarten kann, bietet für die touristische, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung von Stadt, Region und Land ein enormes Potential.

Dieses Potential wurde nun von der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) erkannt. Nach der Vision der Hohenloher Bauern soll im Schloss Kirchberg eine nationale und internationale landwirtschaftliche und ernährungswissenschaftliche, ökologisch ausgerichtete Akademie entstehen für die perspektivisch auch ein Internatsbetrieb im Witwenbau und möglicherweise ein gastronomisches Angebot im Marstall denkbar wäre. Gedacht ist auch an internationale Projekte der Entwicklungshilfe.
Die Akademie soll voraussichtlich von einer gemeinnützigen Gesellschaft getragen und betrieben werden, in dem sich nicht nur die Erzeugergemeinschaft und die Bauernschule Weckelweiler, sondern auch verschiedene Verbände, wie Demeter, Bioland oder der Bundesverband für ökologischen Landbau und auch das Land Baden-Württemberg engagieren sollen.

„Eine solche ökologisch ausgerichtete Akademie für landwirtschaftliche und ernährungswissenschaftliche Berufe ist längst überfällig“, so Rudolf Bühler, Vorstand der gemeinnützigen Stiftung Haus der Bauern „unsere ökologische Modellregion Hohenlohe wird mit einer solchen Akademie eine große Strahlkraft entwickeln und unseren modernen, nachhaltigen Ansatz in der Landwirtschaft sowie in der Herstellung hochwertiger Lebensmittel weit ins Land und darüber hinaus tragen.“

Die mit dieser Vision verbundene zukünftige Nutzung des Schlosses ist nach Einschätzung der Evangelischen Heimstiftung ideal. „Wir fühlen uns den Bauern in Hohenlohe und ihrer Genossenschaft sehr verbunden. Deshalb ist die Idee für diese Akademie bei uns sofort auf fruchtbaren Boden gefallen“, so Bernhard Schneider, Hauptgeschäftsführer der Evangelischen Heimstiftung. „Wir freuen uns, dass wir Schloss Kirchberg an einen regionalen und weit über Hohenlohe hinaus wirkenden Träger verkaufen können.“

Faires Geschäft für beide Seiten

Nachdem das von der EHS beauftragte Maklerbüro Engel & Völkers seine Verkaufsbemühungen verstärkt hat, gab es einige Interessenten von Privatpersonen bis zu Investoren, die Hotelbetriebe, Sanatorien und ähnliches vorhatten. „Mit den Hohenloher Bauern ist nun eine für alle Seiten herausragende Lösung gefunden worden. Es ist uns deshalb nicht schwer gefallen uns beim Preis zu einigen“ so Schneider, „Es war mir wichtig, dass wir für beide Seiten einen faires Geschäft machen.“ Das bestätigt Rudolf Bühler: „Die Verhandlungen waren hart und zielgerichtet aber auch fair und vertrauensvoll. Am Ende hat es nur zufriedene Gesichter gegeben.“
Auch für die Künstler, die über ihren Verein „AufgeSCHLOSSen“ seit April 2013 das Schloss von der Evangelischen Heimstiftung gepachtet haben, soll es eine zufriedenstellende Lösung geben.

Die EHS wird den Pachtvertag fristgerecht zum 31.12.2015 kündigen, damit die BESH insbesondere die Säle im Schloss für ihre Zwecke mitnutzen kann. Die BESH möchte aber die Belange der Künstler bei der zukünftigen Nutzungskonzeption berücksichtigen
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