Seit der Jagstkatastrophe im August 2015 blickt die Fischhegegemeinschaft Jagst zwiespältig auf die vergangenen eineinhalb Jahre zurück. Positiv bewertet sie die Zusammenarbeit mit den Landratsämtern in Schwäbisch Hall, Künzelsau und Heilbronn. Als Beispiel ist ein Treffen im Hohenlohekreis mit Fischern und dem Landesbetrieb Gewässer im November 2016 hervorzuheben, bei dem es um dringend anzugehende Strukturmaßnahmen an der Jagst ging. Das Landratsamt Schwäbisch Hall unterstützt die Fischhegegemeinschaft unter anderem bei der Aufzucht von Jagstfischen, beim Jungfisch­monitoring und bei der Planung von Strukturmaßnahmen. „Primäre Ziele müssen sein, Ausgleichsmaßnahmen für bauplanerische Eingriffe in die Natur da­rauf zu fokussieren, in jedem Staubereich der Jagst mindestens ein oder zwei Auebiotope einzurichten beziehungsweise die bisher vorhandenen funktionsfähig zu gestalten“, heißt es. Diese Strukturierungen entsprächen dem Konzept der Fischhegegemeinschaft aus dem Jahr 2004.

Die Entscheidung des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart zur Vergrämung von Kormoranen, wobei innerhalb großer Schutzgebiete nach wie vor keine Bejagung vorgenommen werden darf, ist „nicht zielführend“. Mit dem Landesfischereiverband Baden-Württemberg hat die Fischhegegemeinschaft im November 2016 eine Klage gegen diese Entscheidung eingereicht. Auch das Landratsamt Schwäbisch Hall sieht eine erweiterte Vergrämungsmöglichkeit als erforderlich an und teilte dies dem RP in einem Schreiben mit. Wenn die von den Vereinen aus den nicht betroffenen Gewässerabschnitten gespendeten Fische in die oberen Jagstgebiete umgesetzt werden, fühlt sich das für Markus Hannemann, den Sprecher der Fischhegegemeinschaft, so an „wie ein Schaf, das zur Schlachtbank geführt wird“.

Apropos Kormorane. Bei einer Zählung der Fischhegegemeinschaft am 10. Dezember 2016 wurden auf elf Schlafbäumen 228 Kormorane entlang der Jagst in allen drei Landkreisen gezählt. Das RP verlangt aber eine weitere Prüfung der Eisvogel-Verträglichkeit oberhalb Langenburgs, obwohl das generell positive Ergebnis aus bereits geprüften Strecken vorliegt. „Es ist den Mitgliedern zudem nicht vermittelbar, warum sie zu der unverschuldeten Schädigung auch noch die Kosten für den unnötigen Verwaltungsakt übernehmen sollen“, so die Fischhegegemeinschaft. „Zur Stützung einer Gewässerentwicklung in den ursprünglichen Zustand“ appelliert sie auch an die privaten Naturschutzorganisationen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.