Haller Sozialdemokratin wird dritte Abgeordnete im Wahlkreis Sawade zieht in den Bundestag ein

"Ein SPD-Mandat ist keine Utopie": Annette Sawade beim Wahlkampf in Enslingen. Bei der Bundestagswahl 2009 erhielt sie 18,4 Prozent der Erststimmen, ihre Partei kam im Wahlkreis auf 21,5 Prozent (Zweitstimmen ). Archivfoto: Dyba
"Ein SPD-Mandat ist keine Utopie": Annette Sawade beim Wahlkampf in Enslingen. Bei der Bundestagswahl 2009 erhielt sie 18,4 Prozent der Erststimmen, ihre Partei kam im Wahlkreis auf 21,5 Prozent (Zweitstimmen ). Archivfoto: Dyba
Landkreis / KARSTEN DYBA 29.02.2012
Der Regierungswechsel in Stuttgart machts möglich: Zweieinhalb Jahre nach ihrer Wahlniederlage rückt Annette Sawade nun doch ins Parlament nach. Die Haller Sozialdemokratin hatte damit gerechnet.

"Seriös, sympathisch, sozialdemokratisch" - mit diesem Slogan zog Annette Sawade 2009 für die SPD im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe in den Bundestagswahlkampf. Die Hohenloher Genossen hatten die frühere Stuttgarter Gemeinderätin engagiert, um ihre Chancen zu erhöhen, wieder einen Abgeordneten nach Berlin schicken zu können. Doch daraus wurde nichts: Die SPD fuhr mit 23 Prozent das schlechteste Bundestagswahlergebnis ihrer Geschichte ein.

Umso größer ist jetzt die Freude: Sawade rückt für die Bundestagsabgeordnete Nicolette Kressl aus dem Wahlkreis Rastatt/Baden-Baden nach. Kressl, eine gebürtige Heilbronnerin, ist gestern von Landesparteichef Nils Schmid als neue Karlsruher Regierungspräsidentin vorgeschlagen worden.

Die Personalie war schon länger im Gespräch. Sawade erfuhr an Weihnachten davon. Nach drei personellen Veränderungen in der SPD-Fraktion sei ihr klar gewesen: Wenn noch einer geht, rückt sie nach. Dennoch habe sie sich nur still gefreut. Gestern kam der Anruf der Generalsekretärin der Landes-SPD, Katja Mast. "Jetzt kann ich mich laut freuen", sagt Sawade.

Nun ist der Wahlkreis erstmals seit 2005 wieder mit drei Abgeordneten im Bundestag vertreten. Seinerzeit waren der Crailsheimer Sozialdemokrat Hermann Bachmaier und der Neuensteiner Liberale Ulrich Heinrich ausgeschieden. In Berlin verblieb Christian von Stetten (CDU) aus Künzelsau, der 2002 die Nachfolge seines Vaters Wolfgang angetreten hatte.

"Es ist gut, mal wieder drei Abgeordnete im Wahlkreis zu haben", sagt Sawades Vorgänger Bachmaier. Ihr Start als Nachrückerin sei aber auch schwierig. "Man wird in dieser kurzen Zeit mit dem Parlament nicht mehr richtig warm." Vorteile gebe es aber bei der nächsten Wahl: "Das erhöht ihre Chancen, es beim nächsten Mal auf einen besseren Listenplatz zu schaffen."

Sawade hatte 2009 den Listenplatz 19 inne. Das galt als guter Listenplatz - womit das Kalkül der Hohenloher Sozialdemokraten vorerst aufging. Von "berechtigten Hoffnungen" sprach seinerzeit der Kreisvorsitzende Nikolaos Sakellariou. Sawade war überzeugt: "Eine SPD-Abgeordnete für diesen Wahlkreis zu haben, ist keine Utopie." Entsprechend groß war die Enttäuschung, als es doch nicht klappte.

Dass sie nachrückte, wurde durch den Regierungswechsel in Stuttgart möglich. Sawade bezeichnet dies als Ausgleich für das Debakel von 2009. So sieht es auch Sakellariou. Die Hoffnung von damals werde nun doch erfüllt. "Ich freu mich unglaublich für Annette und die Genossen, die dafür gekämpft haben." Der Crailsheimer Oberbürgermeister Rudolf Michl (SPD) schickte ihr prompt eine Resolution seines Gemeinderats zum Crailsheimer Bahnhof. "Ich freue mich natürlich, wenn wir einen direkten Draht nach Berlin haben."

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