Ein Kreisverkehr am Ortseingang ist für den Ort ein Aushängeschild und eine Eintrittskarte zugleich. Will heißen: Die Gestaltung eines solchen Kreisels ist wichtiger als man gemeinhin annimmt. Das gilt auch für den neuen Kreisverkehr in Satteldorf zwischen dem un­teren Ort und dem Baugebiet Häuslesbühl. Für dessen Gestaltung nahmen sich die Gemeinderäte in ihrer Sitzung am Montag besonders lange Zeit und diskutierten die Vorschläge von Landschaftsarchitekt Thomas Besch (Büro arc.grün, Kitzingen) ausführlich.

Grundsätzlich, sagte der Architekt, sollte der Kreisel am Ortseingang den Übergang von Landschaft zu bebautem Gelände schaffen. Deshalb schlug er für die vier Kreisel-Einfahrten hüfthoch geschnittene Hecken aus Kornelkirsche vor, die gut in die Landschaft passen und weniger Pflegeaufwand erfordern als Staudenbeete. Auf den Verkehrsinseln wird der spät blühende Schnurbaum stehen.

In der Kreiselmitte sah Besch für jede seiner Gestaltungsvarianten einen modellierten Hügel mit einer lange blühenden Insektenwiese „mit hohem Krautanteil“ vor, „mit Mulden und Erhebungen, die beim Vorbeifahren immer neue Blickwinkel bietet“. In der Variante „Birkenhain“ könnten auf dem Hügel eine Handvoll mehrstämmiger, kleiner Himalayabirken stehen. In zwei anderen Varianten schlug Besch jeweils zwei Platanen vor, wie sie auch auf anderen Satteldorfer Kreiseln stehen.

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Gemeinderäte lehnen die Pflanzung von Ahorn beim Kreisel ab

Die anderen Kreisel in Satteldorf hätten außerdem immer einen Bezug zum Ort, erklärte Besch. Deshalb würde er auch für den Häuslesbühl-Kreisel einen solchen vorschlagen, „aber eher zurückhaltend“. Er hatte deshalb in der Variante Birkenhain eine runde, niedrige Steinmauer aus Satteldorfer Muschelkalk geplant, „höchstens 50 Zentimeter hoch, damit die Autofahrer darüberschauen können“. In einer weiteren Variante schlug er die gleiche Steinmauer, allerdings in anderer Form vor: als Bogen quer durchs Kreiselgelände. Die dritte Variante zeigte eine deutlich höhere Steinmauer. Diese Mauer sollte von dem gotischen Türbogen durchbrochen werden, der vom abgerissenen Haus in der Wolfsgasse übrig blieb und den der Bauhof eingelagert hat. Diese Mauer erinnert im Übrigen an eine andere Satteldorfer „Soda-Mauer“, an die Anhäuser Mauer, die auch „nur so“ dasteht.

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Die Gemeinderäte entschieden sich gegen die Mauer-Einfassung des Kreisels (zu nahe an den Fahrzeugen) und gegen die Soda-Mauer (zu wuchtig). Die Birken gefielen ihnen gut. Wie viele von ihnen um den Mauerbogen gepflanzt werden können, soll Landschaftsarchitekt Besch in einem weiteren Vorschlag präsentieren – ebenso wie die Pflanzungen am südlichen und östlichen Rand des Baugebiets Häuslesbühl. Hier wollte Landschaftsarchitekt Besch unter anderem Ahorn pflanzen lassen. Doch den lehnten die Gemeinderäte ab, weil er zu wilder Vermehrung neigt. Besch soll hier einen neuen Vorschlag erarbeiten.

Dafür hat es aber noch Zeit: „Wir wollen den Kreisel zwar bald machen“, erklärte Bürgermeister Wackler. „Allerdings werden wir im Frühjahr nicht mehr pflanzen. Wir wollen die Pflanzung aber für den Herbst vorbereiten, das ist sicher ratsam, wenn man die Trockenheit der zurückliegenden Sommer bedenkt.“