Das Projekt nennt sich „LW 125“, erklärt Bürgermeister Kurt Wackler, und er bezieht sich dabei auf den 125. Geburtstag der Satteldorfer Firma Leonhard Weiss, der 2025 gefeiert wird. „Die Firma plant ihre Weiterentwicklung“, sagte Wackler den Gemeinderäten in ihrer Sitzung am Montagabend. Ein wichtiger Schritt dazu sei bereits mit dem Neubau des Bürogebäudes gegangen worden. Das habe unlängst Richtfest gefeiert.

Seit längerer Zeit ist nun die Anbindung an den östlichen Gewerbepark in der Diskussion, der überdies einen direkteren Weg auf den Autobahnzubringer ermöglicht, erläuterte Wackler weiter. Außerdem will Leonhard Weiss (LW) Betriebsareale zusammenlegen.

Das soll nun in Angriff genommen werden – zumindest zunächst mal auf dem Papier: Der sogenannte Bebauungsplan „Industriegebiet Satteldorf, 4. Änderung“, soll „in die Anhörung gebracht werden“, so Wackler. „Damit ist für das weitere Verfahren eine rechtssichere Grundlage geschaffen.“ Im Herbst soll das Verfahren dann abgeschlossen sein. Der Gemeinderat hat es nun einstimmig auf den Weg gebracht.

Straße wird aufgelassen

Und dies sind die Pläne: Damit LW und das Gewerbegebiet an die Autobahn besser angebunden sind, wird die jetzige Leonhard-­Weiss-Straße aufgelassen. Sie durchschneidet das LW-Gelände – die Straße wird dem Betriebsgelände zugeschlagen. Dafür wird es eine neue öffentliche Straße geben, die die Dieselstraße in Richtung Eiffelturm und Autobahnzubringer verlängert.

LW hat aber auch noch weitere Pläne: Auf dem Rungis-Grundstück, das der Firma schon länger gehört, soll die formalrechtliche Möglichkeit für ein Schulungszentrum geschaffen werden, „mit Stellplätzen, Beherbergung, Trainingsgelände und so weiter“, so Wackler. „Das Zentrum soll über eine Linksabbiegespur von der neue entstehenden Straße her angebunden werden.“

Wie genau dieses Schulungszentrum aussehen wird und ob der Eiffelturm stehen bleiben kann, ist freilich noch nicht klar, teilte Leonhard Weiss auf HT-Anfrage mit. Erst einmal werde das Bürogebäude fertig gebaut. Das Unternehmen wolle aber alles daran setzen, den Eiffelturm als Wahrzeichen Satteldorfs zu erhalten.

Ein solches Schulungszentrum ist in einem Industriegebiet nicht so ohne Weiteres gestattet, „wenn etwa die Mitarbeiter dort verköstigt werden sollen“, so Bürgermeister Wackler. Auch deshalb wird der Flächennutzungsplan umgeschrieben und die örtlichen Bauvorschriften angepasst – das Gelände soll als eingeschränktes Industriegebiet ausgewiesen werden, erklärte Hautamtsleiter Jürgen Diem. Und: „Eine Vergnügungsstätte darf es dort nicht geben“, so Diem. „Das gilt für das Gelände ringsum. Wir würden es auch für das Rungis-Gelände gerne festschreiben.“

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