Seit Monaten bekriegen sich die Kickboxer Mohamed Abdallah und Michael Smolik verbal in den sozialen Netzwerken. Abdallah brachte den Begriff „Fake Champ“ für Smolik in Umlauf. Er unterstellt ihm, nur gegen ausgesuchte Gegner zu kämpfen, um seine Bilanz zu verschönern. Smolik wiederum sieht in Abdallah einen Trittbrettfahrer, der durch die Herausforderung und Provokationen auf Smoliks Kosten seinen eigenen Ruhm vergrößern möchte, ohne den Kampf gegen ihn wirklich zu suchen.

Smolik unterschreibt bei Glory

Bisher scheiterten alle Versuche, die Auseinandersetzung im Ring zu klären. Inzwischen ist aber die weltweit größte Kickboxorganisation Glory auf den Weltmeister aufmerksam geworden und hat ihn wie kurz vorher schon Abdallah unter Vertrag genommen. Die „World Series“ ist die Nummer eins im Kickboxen, vergleichbar mit der Champions League im Fußball. Da nun beide Rivalen bei der gleichen Organisation sind, wird der Kampf nun endgültig klären, wer der wahre Chef im Ring ist, und er kann endlich stattfinden.

Youtube Der Kampf von Michael Smolik gegen Mohamed Abdallah steht kurz bevor

Bei dem anstehenden Duell geht es allerdings nicht um einen Weltmeistergürtel, sondern um die Ehre, wer sich zukünftig als bester Kickboxer Deutschlands bezeichnen darf. „Noch vor einem Jahr hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir gegeneinander kämpfen. Ich hatte die ständigen Provokationen und Beleidigungen Abdallahs satt“, erzählt Smolik und schloss ein direktes Duell eigentlich endgültig aus. „Ich hatte einen richtigen Hass auf ihn“, so Smolik, der sogar einige Sponsoren durch seinen nächsten Gegner verloren hat. In München kam es zu einem Staredown und einem heftigen Wortwechsel im Käfig zwischen den beiden Schwergewichtlern.

„Ich werde den Ring zum Explodieren bringen“, verspricht Smolik am Samstag ein wahres Kickbox-Feuerwerk und einen Knock-out – ohne dabei allerdings seinen Rivalen zu unterschätzen. „Abdallah ist ein guter Gegner und vor allem boxerisch stark.“ Als eigene Trümpfe sieht Smolik seine Beweglichkeit, Flexibilität und Schlagkraft.

Kickboxer hat 13 Wochen Vorbereitung hinter sich

 „So lange und hart habe ich noch nie auf einen Kampf hin trainiert“, ist Smolik nach 13 Wochen intensiver Vorbereitung nun bereit für den Showdown im wohl wichtigsten Kampf seiner Karriere. Und dies erstmals ohne seinen langjährigen Coach und Begleiter Mladen Steko, von dem er sich im Sommer getrennt hat. „Ich war einige Zeit in Holland und konnte dort mit Kickbox-Legende Remy Bonjasky trainieren“, erzählt Smolik, der in der Ringecke von Philip Harburger und Markus Voigt betreut wird. Dazu kamen zahlreiche Sparringskämpfe in Düsseldorf, Berlin und Frankfurt.

Viel Mental-Training

Hauptsächlich hat sich Smolik aber in seinem eigenen Gym in Crailsheim auf das Duell vorbereitet. „Ich brauche nicht ständig jemanden um mich herum, der mich antreibt, sondern kann mich inzwischen mit meiner Erfahrung auch sehr gut selbst motivieren und auf ein entsprechendes Level bringen.“

Nach langem Hin und Her kommt es nun zum lang ersehnten Showdown. „Ich habe in letzter Zeit viel Mental-Training gemacht und kann so alle Emotionen herausfiltern und mich auf den Kampf konzentrieren“, will Smolik im Ring beweisen, dass er der beste Kickboxer Deutschlands ist. Die Kampfbilanz spricht jedenfalls für Smolik: Der „Flying Badboy“ ist nach 32 Kämpfen (davon 23 nach K. o.) immer noch ungeschlagen. Abdallah konnte bei 21 Kämpfen 18 Siege, davon fünf durch K. o., erzielen. Zuletzt verlor der 25-Jährige gegen den Brasilianer Guto Inocente. Wie sich später allerdings herausstellte, trat Abdallah den Kampf bereits verletzt an und zog sich einen Sehnenriss im Fuß zu.

Smoliks letzter Kampf gegen den Tschechen Mihal Janacek liegt nun schon über ein halbes Jahr zurück. Trotz eines Muskelbündelrisses, den sich Smolik zu Beginn des Fights zugezogen hatte, ging der Satteldorfer damals als Sieger nach Punkten hervor. „Danach habe ich erst einmal meine Verletzung auskuriert und ein bisschen Urlaub gemacht“, erzählt der 28-Jährige.

Intensives Stunt-Training

Neben seinen Youtube-Videos, in denen er sich als Influencer betätigt, hat Smolik unter anderem mit intensivem Stunt-Training weiter an seiner Karriere als Schauspieler gearbeitet. „Und außerdem hatte ich Zeit, mich um die Tiere im Tierheim zu kümmern – ich liebe nämlich Hunde“, ergänzt der amtierende Kickbox-Weltmeister schmunzelnd.

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Info


Der erste Gong für den Kampf von Michael Smolik gegen Mohamed Abdallah in Düsseldorf ertönt am Samstag gegen 22.40 Uhr. Das Kickbox-Duell wird auf Pro Sieben Maxx zeitversetzt gegen 24 Uhr übertragen.