Manchmal kann es bei solchen Konzerten schon zu bemerkenswerten Erlebnissen kommen. So trat das Ensemble beim ersten Konzert in der Gaildorfer Limpurghalle auf. Als Zugabe spielten die zehn Musiker in Salonorchesterbesetzung den Champagnergalopp von Hans Christian Lumbye.

Für dieses Stück hatten sie sich einen Korkenknaller aus einer Fußballpumpe und einem Sektkorken gebastelt, weiß Jörg Baier zu erzählen. Der Sektkorken hing an einem Stück Draht. Doch der erwies sich in Gaildorf mit Blick auf die Kräfte, die im Spiel waren, als nicht ausreichend.

Plötzlich verabschiedete sich der Korken nämlich Richtung Publikum, und Akkordeonspieler Felix Kautter muss ihm so entsetzt nachgeschaut haben, dass das Publikum darüber ebenso ins Lachen geriet wie über die drei letzten Korkenknaller. Die bewältigte er mit der für den Notfall bereitgehaltenen Spielzeugpistole.

In Blaufelden wird dergleichen wahrscheinlich nicht geschehen, ist der Korken doch jetzt mit zwei Drähten befestigt. Jörg Baier freut sich auf den Auftritt, biete das Spektrum neben dem Kaffeehaus Hagen in Heilbronn und der Ilshofener Stadthalle doch die beste Akustik der fünf Auftrittsorte in diesem Jahr.

Schon seit Langem betätigt sich der Crailsheimer Bäckermeister als Salonmusiker, vor allem als Mitglied des Crailsheimer Salontrios. Noch häufiger war er allerdings als Cellist des Hohenloher Streichquartetts zu erleben. Die Arbeit mit dem Streichquartettensemble und den künstlerisch gehaltvolleren Werken sei im Vergleich schwieriger und anstrengender, findet er. Man müsse sich viel mehr in die Komposition vertiefen und sich mit ihr auseinandersetzen.

Aber offensichtlich bietet das Wirken in der Salonkapelle einen befreienden Ausgleich. Als Cellist ist Baier selten gefordert, er müsse meist nur Posaunenstimmen übernehmen. Denn eines war für ihn klar: Blechbläser waren ein Tabu für die Salonkapelle "Sternenglanz". Die Gefahr, dass sie die Streicher übertönen, wäre zu groß gewesen.

So verlegte sich Jörg Baier anstelle seiner nun in Berlin studierenden Tochter Amelie, die anfangs bei der Salonkapelle als Sängerin mitwirkte, aufs Singen. Generell ein Drittel des Programms werde von Schlagern der 1920er- und 1930er- Jahre bestimmt. Während der Proben betätigt er sich darüber hinaus als musikalischer Leiter. Gelungene Wiedergaben der Mitmusiker freuten ihn dabei viel mehr als früher.

Bei der Organisation der Salonkapelle ist Baier ebenso gefragt wie als Leiter eines Bäckereibetriebs. Hier wie dort muss er sich auf die Menschen um ihn verlassen können. Im Betrieb sei er nun mehr im Büro als in der Backstube zu finden. Dort springt er zumeist ein, wenn jemand erkrankt ist. Und nach all den Proben und Konzerten der letzten Wochen ist er dann wieder voll und ganz ein begeisterter Bäcker.

Info Karten für das Konzert sind an der Abendkasse erhältlich.