Langenburg Um Langenburg wird Gas gegeben und gekurbelt

Die hohenlohischen Straßen bildeten quasi den Laufsteg für die  Auto-Schönheiten bei der Langenburg Historic.
Die hohenlohischen Straßen bildeten quasi den Laufsteg für die Auto-Schönheiten bei der Langenburg Historic. © Foto: Seyerle
Langenburg / Guido Seyerle 25.06.2018
100 Oldtimer erfreuen bei der Langenburg Historic die Fans an der Straße. Die Ausfahrt über 220 Kilometer fordert die Kräfte von Motor und Mensch.

Wenn Menschen am Straßenrand blitzschnell ihre Handys nach oben reißen und Fotos von vorbeifahrenden Autos schießen, dann weiß der Automobilfan: Es ist wieder einmal Langenburg Historic. Bei der zehnten Auflage erkundeten die Fahrer von knapp 100 Old- und Youngtimern der Baujahre 1930 bis 1994 die Landschaft zwischen Pfedelbach, Gaildorf, Hall und Schrozberg.

„Die 220 Kilometer hatten es in sich, ich bin ganz schön geschafft“, meinte Walter Greul aus dem Landkreis Fürth. Sein Opel Manta-A/GTE aus dem Baujahr 1974 hatte die Fahrt inklusive der Sonderprüfungen gut weggesteckt. „Aber ich hatte ohne Servolenkung auf den Landstraßen ganz schön zu kurbeln. Trotzdem war es wunderschön.“

Genau das ist das Ziel der Veranstalter: „Wir wollen die Schönheiten unserer Region zeigen“, sagt Klaus Groninger vom Organisationsteam. Für zwei Tage Ausfahrt plus Rahmenprogramm entrichten die Teilnehmer rund 500 Euro. Damit ist das Budget im sechsstelligen Bereich noch lange nicht gedeckt. Also heißt es Jahr für Jahr: Sponsoren suchen. Ob es daher eine elfte Auflage geben wird, konnte Groninger noch nicht sagen: „Wir werden uns Gedanken machen und bis Weihnachten eine Entscheidung treffen.“ Für ihn selbst stand noch die Feier des 54. Geburtstages an – inklusive ein paar Hundert Mitfeiernden im Langenburger Schlossinnenhof.

Bergrennen wird vermisst

Hörte man sich bei den Hoteliers und Gastronomen um, so sorgte der Tross der Hobby-Oldtimerfahrer für ausgebuchte Betten an zwei Tagen. Allerdings ist die Besucherzahl lange nicht mehr so hoch wie zu Zeiten der Bergrennen von Bächlingen hoch nach Langenburg. Die Veranstalter sind sich nicht sicher, ob es diesen Publikumsmagneten wieder einmal geben wird: Im Raum stehen Fragen zu Sicherheit, Umweltschutz und Straßenzustand.

Gut zu hören waren die Motoren bei der Auffahrt nach Langenburg aber auch in diesem Jahr. Einen der mächtigsten Boliden durften Bürgermeister Wolfgang Claas und seine Frau Carmen ausfahren, einen Porsche 928 S aus dem Baujahr 1981 mit 4,7 Litern Hubraum. Der 300-PS-Sportwagen wurde ihnen vom Veranstalter zur Verfügung gestellt. Carmen Claas zählte bei der Zeitprüfung im Parcours exakt mit und lobte ihren Mann auch für die Leistung beim Modellauto-Rennfahren in Hall. Das Langenburger Stadtoberhaupt hätte eine Runde in 3,5 Sekunden absolvieren müssen, schaffte dies mit 3,67 Sekunden auch fast exakt.

In besonderer Erinnerung wird die Samstagsausfahrt Ronny Pflug und seiner Beifahrerin bleiben. „Rund fünf Kilometer vor dem Ziel sind wir liegen geblieben“, berichtete Sabine Pflug-Roll. „Dabei hat uns das Auto noch nie zuvor im Stich gelassen.“

Im Schlepptau zum Schloss

Der Mercedes Benz 230 SL Pagode aus dem Jahr 1964 sprang zwar an, ging dann aber wieder aus. Ein Landwirt leistete bei Eichenau im Jagsttal erste Hilfe, nach kurzer Zeit trat das Problem jedoch wieder auf. Gut, dass der Teamkollege Horst Schierle mit seinem Mercedes 230 CE vorbeifuhr und den Markenkollegen bis zum Schloss abschleppte. Die letzten Meter rollte Pflugs Cabrio lautlos bergab ins Ziel – im abgeschleppten Zustand wären sie aus der Wertung gefallen.

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