Seit 2006 ist Florian Vogel Umweltschutzbeauftrager des Taubertal-Festivals. Wie in jenem Jahr die Umweltbilanz der Großveranstaltung aussah? „Das kannst du mit heute nicht vergleichen“, so Vogel. „Da hat sich viel getan.“ Von Besuchern, die überall herumpieselten, bis hin zu noch viel größeren Unmengen an Müll gab es für Vogel einiges zu tun, als er loslegte. Die Motivation für mehr Umweltschutz kam damals aber vom Veranstalter Volker Hirsch selbst, nicht durch Druck vonseiten der Stadt Rothenburg oder irgendwelcher Behörden. „Das ist ein Alleinstellungsmerkmal unseres Festivals“, sagt Vogel. Klare Linie fahren und lieber eine kleinere, aber dafür umweltbewusstere Show haben. Und eine immer professionellere. Seit mehreren Jahren ziehen die Sounds-For-Nature-Teams über die Camping-Plätze, um für ein umweltbewussteres Camping zu werben. Bei groben Verstößen gibt es Strafgebühren oder Platzverweise.

Untere Camping-Plätze waren 2019 so sauber wie noch nie

Und auch die Verteilung der Toiletten spielt in das Umweltkonzept hinein. „Wir wissen schon, welche Stellen am besten sind für sanitäre Anlagen“, so Vogel. Damit will der Veranstalter der Gefahr entgegenwirken, dass die Besucher ihre Notdurft im Gebüsch verrichten. „Natürlich erreichen wir nicht den Hygiene-Standard eines normalen Campingplatzes“, räumt der Umweltschutzbeauftragte ein. „Aber wir bieten einen hygienischen Standard an, der die Besucher hoffentlich zufrieden stellt.“ Und die bessere Hygiene, die die mobilen Toiletten-Container, Duschen und Waschbecken bieten, wirkt sich womöglich auch auf die Reinlichkeit der Festivalgänger aus, was ihren Müll angeht. Denn dieses Jahr waren die unteren Camps so sauber wie noch nie in der Geschichte des Festivals. Ob das nur dem rigorosen Kurs der Veranstalter zu verdanken ist? Florian Vogel zieht auch einen anderen Einfluss in Erwägung: „Es könnte sein, dass sich die allgemeine Einstellung der Menschen zur Natur durch Bewegungen wie „Fridays for Future“ verändert hat.“ Während dieser Bewegung eher junge Menschen anhängen, sind die Musterschüler auf dem Festivalgelände aber mehr im älteren Segment verortet. Vogel beobachtet, dass die jüngeren Besucher im Gegensatz zu älteren eher dazu neigen, mal für ein Wochenende die „Sau rauszulassen“.

Nichtsdestotrotz eine positive Entwicklung auf der Florian Vogel auch in den kommenden Jahren aufbauen will - auf dem Weg zu einer immer besseren Umweltbilanz. Nichtsdestotrotz ist er sich bewusst, dass Kompromisse eingegangen werden müssen. So klein und isoliert wie das „Die letzte Liane“-Festival im nicht weit entfernten Saurach, das nur 1000 Besucher hereinließ und neben Elektro-Musik verstärkt auf Workhops und Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit setzte, soll das Taubertal-Festival auch nicht werden. „Wir sind und bleiben ein Rock-Festival“, so Vogel.

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