Wer kennt sie nicht, die musikalische Formel „Oans, zwoa, gsuffa“, mit der auf dem Oktoberfest in München im Halbstundentakt der kollektive Bierfluss durch die Kehlen angeregt wird. Mit dem bayerischen Massenbesäufnis hat die Muswiese zwar absolut nichts gemein. Dem Nationalfest der Hohenloher fehlt aber eine eingängige Hymne. Diese Lücke schließt jetzt Torsten Krcmar aus Rot am See mit der Neuauflage eines Muswiesenliedes.

Als der Außendienst-Mitarbeiter einer Pharmafirma vor elf Jahren der Liebe wegen von Ingelfingen im Kochertal nach Rot am See zog, kannte er den Musdorfer Jahrmarkt zwar schon von gelegentlichen Besuchen. „In der ersten Zeit habe ich mich aber sehr darüber gewundert, dass sich viele Leute extra Urlaub für das Fest nehmen“, sagt Torsten Krcmar. Aber es kam, wie es kommen musste: Der 43-Jährige wurde selbst vom Muswiesen-Virus befallen.

Schon vor vier Jahren setzte Torsten Krcmar zusammen mit seinem Freund Michael Fürnstahl eine Idee von Beate Meinikheim um, die auf dem Rathaus in Rot am See für die Organisation des Jahrmarktes verantwortlich zeichnet: Eine Hymne für die Muswiese muss her.

Den Song aufpoliert

Die beiden Mitglieder des Musikvereins Rot am See machten sich seinerzeit mit eigenen Technik-Bordmitteln ans Werk: He­raus kam dann das Lied „Mus­wiese, jedes Jahr wieder“ auf der musikalischen Basis des Schlagers „Kornblumen“ von Jürgen Drews.

Youtube Das bisherige Muswiesenlied „Muswiese, jedes Jahr wieder“.

„Der Song kam aber irgendwie zu gediegen und semiprofessionell daher und es fehlte auch ein gewisser Wumms“, sagt Torsten Krcmar. Also tüftelte er heuer an einer Version 2.0 des Liedes und setzte dabei auf das Können eines Profis: Der Produzent Thomas Hemming vom Tonstudio „Soundhouse 7“ in Igersheim bei Bad Mergenheim polierte den Song im tanzbaren und generationenübergreifenden Discofox-­Stil mit etlichen Soundeffekten auf und Torsten Krcmar lieh dem potenziellen Ohrwurm erneut seine Stimme, unterstützt von der Background-Sängerin Denise Naser aus Bamberg.

Sponsorensuche im Internet

Die Kosten für die Produktion im Studio mitsamt von 500 „Silberlingen“ aus dem CD-Presswerk werden per Crowdfunding im Internet finanziert. „Verdienen will ich nichts mit dem Lied“, sagt Torsten Krcmar. Ihm geht es einzig und allein darum, mit der musikalischen Hommage an das älteste Fest in Hohenlohe allen Freunden der Muswiese „eine weitere Freude zu bereiten“.

Youtube Das Muswiesenlied-Projekt von Torsten Krcmar.

Er rechnet damit, dass das „Fundingziel“ mithilfe der Sponsoren erreicht wird: „Und falls es einen Überschuss gibt, wird das Geld nach Absprache mit der Gemeinde für einen guten Zweck gespendet.“

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