Im Mordprozess gegen Adrian S. hat die Staatsanwaltschaft Ellwangen am Donnerstagnachmittag nach Abschluss der Beweisaufnahme ihr Plädoyer gehalten. Sie fordert für den Angeklagten wegen Mordes in sechs Fällen und versuchten Mordes in zwei Fällen eine lebenslange Freiheitsstrafe, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie die Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen. Der angeklagte Deutsche habe innerhalb weniger Minuten sechs Menschenleben ausgelöscht und damit unendliches Leid über die restliche Familie gebracht, sagte der Staatsanwalt.
Die Nebenkläger forderten am Freitagvormittag eine lebenslange Freiheitsstrafe, die Feststellung der vollen Schuldfähigkeit sowie Sicherheitsverwahrung für den Angeklagten.
Der Verteidiger von Adrian S. plädierte für eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren und die Unterbringung in eine Psychiatrie. Seiner Ansicht nach sei bei dem Todesschützen in allen der sechs Mordfälle von einer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen.
In seinem Schlusswort nach den Plädoyers hatte Adrian S., der die Tat von Anfang an gestanden hatte, noch einmal Reue bekundet: „Es tut mir Leid. Ich bereue, was ich getan habe.“ Am liebsten wolle er die Zeit zurückdrehen und die Taten ungeschehen machen. „Niemand braucht Angst vor mir zu haben“, sagte er. Er wolle niemandem mehr etwas tun, auch nicht den beiden Neffen, die er am 24. Januar verschont hatte.
Dem 27-Jährigen wird vorgeworfen, bei einem Familientreffen am 24. Januar in Rot am See im Nordosten Baden-Württembergs seine Verwandten erschossen zu haben - neben Mutter und Halbschwester auch Vater, Halbbruder, Tante und Onkel. Zwei weitere Verwandte konnten sich schwer verletzt retten.
Das Urteil soll am Freitagnachmittag fallen.