Beerdigungen in Rot am See können – nicht nur wegen des jeweils traurigen Anlasses – recht ungemütlich sein. Das jedenfalls ist immer mal wieder von Gemeinderäten zu hören. Es zieht rund um die Leichenhalle, die Füße der Besucher werden kalt. Am Montag hat Ralf Wagner das Thema am Rande der Haushaltsberatung einmal mehr angesprochen. Tobias Meinikheim griff es später in der Sitzung wieder auf und schlug vor, im Laufe des Jahres einen Vor-Ort-Termin anzusetzen, um die Situation in Augenschein zu nehmen.

Bürgermeister Siegfried Gröner sagte das zu – aber nicht, ohne auf sein großes Unverständnis hinzuweisen. Mit ein paar Behelfsmaßnahmen sei es schließlich nicht getan. Wer wolle, dass es dort nicht mehr zieht, müsse eine große Baumaßnahme in Angriff nehmen und den Charakter des Gebäudes komplett verändern: „Das wird dann richtig teuer“ – und sei in der Finanzplanung der Gemeinde nicht vorgesehen. „Rot am See hat eine ganz besondere Leichenhalle“, so Gröner. „Die hat man vor meiner Zeit hier ganz bewusst so gewollt.“ Es gebe „keinen vernünftigen, verantwortlichen Grund“, die Halle für viel Geld zu verändern.

Manfred Henninger hielt dagegen, dass man nach rund 20 Jahren ja mal über ein solches Bauwerk nachdenken dürfe. Florian Rühling indes, der sich als Brettheimer normalerweise nicht zur Leichenhalle in Rot am See äußere, pflichtete Gröner bei. „Geht mal nach Brettheim, Reubach oder Hausen am Bach: Eigentlich steht man da überall im Wetter draußen.“

Wagner ist gleichwohl der Meinung, „dass man mit übersichtlichem Aufwand Verbesserungen hinbekommen kann“. Beim Vor-Ort-Termin im Sommer soll es sich zeigen. „Wir machen das – es kommt auf die Tagesordnung“, sagte Gröner. Mal schauen, ob’s dann zieht – und wie zugig zu zugig ist.