Ilshofen Rosenstrauß ferner Melodien

Katalin Horvath singt mit ausdrucksstarker Stimme. Foto: Barbara Ucik-Seybold
Katalin Horvath singt mit ausdrucksstarker Stimme. Foto: Barbara Ucik-Seybold
BARBARA UCIK-SEYBOLD 12.09.2013
Das Duo "CantAccord" bot beim 57. Konzert des Hohenloher Kultursommers einen bunten Rosenstrauß mit Melodien aus fernen und nahen Ländern

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Da haben sich zwei gefunden: Die Sängerin mit ihrer ausdrucksstarken Stimme und der virtuose russische Musiker am Knopfakkordeon. Charmant unterhalten sie mit Liedern, in denen immer wieder die Rose als Symbol der Liebe vorkommt. Die musikalische Reise beginnt in einem jiddischen "Schtetl" mit einem bittersüßen Klezmerstück. Weiter geht es nach Buenos Aires zum Tango voller Melancholie, Sehnsucht und Leidenschaft. Mit vibrierenden Klängen zaubert Andrej Mouline auf seinem Akkordeon eine geheimnisvolle Stimmung. Auch in Deutschland macht die musikalische Reise Halt: "Ich mag es scharf", singt Katalin Horvath augenzwinkernd und überlässt es dem Publikum, ob es dabei ans Essen oder an die Liebe denkt. Übrigens stammt der sinnlich-temperamentvolle Song von einer französischen Komponistin, und was liegt daher näher, als gleich nach Paris zu wechseln? Voller Verve geben die beiden Musiker französische Chansons zum Besten, etwa "Sous le ciel de Paris." Andrej Mouline, der Russe mit dem französisch klingenden Nachnamen, scheint die Musette wie auf den Leib geschneidert: Er wechselt das Akkordeon und spielt so begeistert "Pigalle", als wäre er direkt aus der Gauloises-Werbung entsprungen. Er lächelt beim Spielen still vor sich hin, während seine Finger in atemberaubendem Tempo über die zahlreichen Knöpfe des Knopfakkordeons huschen.

Jubelnden Applaus gibt es für das russische Volksweise, die als "Those were the days" mit Mary Hopkin weltberühmt wurde. Einige summen mit. Die "weiße Rose" wird voller Temperament und Sinnlichkeit auf Portugisisch besungen, und auch ein ungarischer Rosen-Csárdás darf nicht fehlen. Katalin Horvath meistert schwerelos komplizierteste Texte, selbst Finnisch oder Mazedonisch. Dem Publikum gefällt die tänzerische Leichtigkeit, das musikalische Können und die Harmonie des Duos, das "a Liedele a jiddisches" als Zugabe spielt.