Schrozberg Rosenmarkt: Die Königin und ihr Hofstaat

Helga Stark und ihre Tochter Anna aus Tauberrettersheim in Unterfranken haben in Schrozberg reichlich eingekauft: Rosen, Rittersporn und Liebesperlenstrauch.
Helga Stark und ihre Tochter Anna aus Tauberrettersheim in Unterfranken haben in Schrozberg reichlich eingekauft: Rosen, Rittersporn und Liebesperlenstrauch. © Foto: Guido Seyerle
Schrozberg / Sebastian Unbehauen 11.06.2018
Gartenfreunde haben sich rund um das Schrozberger Outlet mit allerhand Schönem eingedeckt. Deko aus Beton, Holz und Stein war gefragt.

Die Rose gilt als Königin der Blumen. Doch was ist eine Königin ohne ihren Hofstaat, ohne ihr Volk? Genau darum ging es am Wochenende im und ums Outlet in Schrozberg: Welche Königin passt in meinen Garten? Und welche Pflanzen und Dekoartikel passen zu ihr?

Wie schon bei den vorangegangenen Rosenmärkten hatte das Schrozberger Blumenhaus „Florales Design“ eine Vielzahl von verschiedenen Rosensorten im Angebot. Diese trugen so geheimnisvolle Namen wie „Henri Matisse“ und „La Rose de Molinard“. Mehrjährige Stauden und ein großer Buchsbaum zeigten die Möglichkeiten der direkten Benachbarung.

„Die Kunden mögen an den Rosen zum Beispiel ihren Duft und die Robustheit. Entscheidend ist eine ehrliche Beratung“, sagte Eduard Schühlein, der mit seinem Team alle Hände voll zu tun hatte, die Besucher am Samstagnachmittag zu bedienen. „Wir wollen nicht um jeden Preis unsere Produkte verkaufen.“ Schühlein hat sowohl Gärtner als auch Florist gelernt und kann daher auch zu gestalterischen Gesichtspunkten Tipps geben.

Helga Stark und ihre Tochter Anna deckten sich mit so vielen Gartenschönheiten ein, wie sie tragen konnten. In Tauberrettersheim blühen nun Rosen, Rittersporn und Liebesperlenstrauch. Beim Einpflanzen heißt es: Selbst ist die Frau. „Das muss nicht mein Mann erledigen, Gartenarbeit macht mir Spaß“, sagte Helga Stark.

 Während es in den Jahrzehnten nach dem zweiten Weltkrieg bei der Rosenzüchtung vor allem um möglichst große Blüten und intensiven Duft gegangen war, änderte sich dies in den 1980er-Jahren. Nun stand züchterisch die Robustheit und die Widerstandsfähigkeit im Vordergrund. Zu dieser Zeit hatte England bereits ein breites Angebot, der Name Austin-Rosen wurde auch in Deutschland ein Begriff. Harald Berger aus Rothenburg brachte diese mit nach Schrozberg.

Einen Trend in eine bestimmte Gestaltungsrichtung kann er derzeit nicht erkennen: „An einem Tag ist es das eine, am nächsten Tag etwas anderes.“ Er besucht seit 13 Jahren diverse Ausstellungen und Messen im Umkreis von 100 Kilometern und stellt dort außergewöhnliche Gestaltungsideen für Haus und Garten aus. Er war von Anfang an in Schrozberg als Aussteller dabei. „Es geht uns auch um den Nachlauf in unserem Ladengeschäft. Die Leute kommen dann gezielt zu uns. Denn wir haben keine Baumarktartikel.“

Dies war auch bei den weiteren rund zehn Ausstellern zu beobachten: Individuelle, meist selbst gefertigte Artikel fanden ihre Käufer. Die Kreativscheune aus Schillingsfürst-Stilzendorf etwa zeigte dekorierte Holzbalken, einige mit einer Metallschüssel als Aufsatz. Doch am meisten Interesse fand eine Klosäule. „Da will man gar nicht mehr runter von der Schüssel“, sagte Angelika Walenta. Ernestine Fundis aus Lenkerstetten modelliert aus Beton kleine Kunstwerke. Sie ver-
riet: „Die Dracheneier sind gefragt, ich fertige sie aus einer selbst zusammengestellten Betonmischung.“ Die Eier werden so gestaltet, dass sie aussehen wie gerade aufgebrochen. Dadurch entsteht Platz zum Einpflanzen von Blumen und Stauden.

Wer eher auf Überraschendes im Raum über den Rosen aus war, der wurde bei der Keramikwerkstatt von Petra Sendel und ihren Keramik-Vögeln fündig. Wer weiß: Vielleicht schrecken diese auch den einen oder anderen tierischen Rosenschädling ab.

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