Kirchberg Rewe-Konzern sorgt für neue Entwicklungen in Kirchberg

Während des Rundgangs durch das Sanierungsgebiet haben die Bürgerinnen und Bürger eifrig diskutiert.
Während des Rundgangs durch das Sanierungsgebiet haben die Bürgerinnen und Bürger eifrig diskutiert. © Foto: Erwin Zoll
Kirchberg / Erwin Zoll 20.07.2018
Bei einem Rundgang durch das Sanierungsgebiet „Lindenstraße / Eschenstraße“ waren am vergangenen Mittwoch die Meinungen der Bürger gefragt.

Teil 1 der Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung des Sanierungsgebiets ist am vergangenen Mittwoch auf gute Resonanz gestoßen. Bei einem Rundgang vom Edeka-Markt über das alte Häsele-Anwesen bis zum Bauhof und zur Festhalle nahmen etwa 35 ­Bürgerinnen und Bürger, viele von ihnen Anwohner aus der Nachbarschaft, die Gelegenheit wahr, ihre Vorstellungen in die Planung einzubringen. Immerhin noch knapp die Hälfte von ihnen beteiligte sich anschließend an einem dreistündigen Bürgercafé in der Festhalle, um in Gruppen ihre Ideen und Anregungen zu formulieren.

Nadia Kasper-Snouci von der LBBW Immobilien Kommunal­entwicklung GmbH in Stuttgart, die den Abend moderierte, und ihr Kollege Jens Kron wollten unter anderem wissen, was den Kirchbergern bei der Entwicklung des Stadtviertels besonders wichtig ist und wie das Baugebiet nach deren Meinung aussehen soll. Mehrfach fiel in der Diskussion das Stichwort „Gemeinschaft“ – soll heißen, dass es in dem Gebiet öffentliche Begegnungsflächen geben soll. Moderne Bauformen wie Flach- oder Pultdächer sollten zugelassen werden, und großen Wert legen die Bürger auf nachhaltiges Bauen, zu dem zum Beispiel Solar- und Fotovoltaikanlagen gehören. Die mehrfach geäußerte Befürchtung, das angestrebte „verdichtete Wohnen“ könnte dazu führen, dass die Gebäude zu hoch werden, mündete in den Vorschlag, die Gebäudehöhen zu staffeln und so einen Übergang von eingeschossigen zu höheren Häusern zu schaffen.

Als der Gemeinderat im Januar 2017 das Sanierungsgebiet festgelegt hat, wollte er damit zum einen Wohnbebauung ermöglichen, zum anderen dem Edeka-­Markt in der Birkenstraße eine Entwicklungsmöglichkeit an einem anderen Standort geben.

In der Frage der Nahversorgung hat sich jedoch inzwischen eine neue Entwicklung ergeben. Der Edeka-Konkurrent Rewe plant den Bau eines Einkaufsmarkts an der Haller Straße, also auf der dem Sanierungsgebiet gegenüberliegenden Seite der Landesstraße, die zur Autobahn führt. Am kommenden Montag wird sich der Gemeinderat mit diesem Vorhaben befassen. Welche Auswirkungen es auf den Edeka-Markt in der Birkenstraße hat, ist unklar.

Geändert hat sich inzwischen die Grenze des Sanierungsgebiets, aus dem das Anwesen Lindenstraße 4 herausgenommen worden ist. Auf dem Areal des ehemaligen Häsele-Bürogebäudes werden zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohnungen und einer Tiefgarage gebaut. Das Grundstück hatte die Stadt Anfang 2016 gekauft und später an die Crailsheimer Haus- und Wohnungsbau GmbH weiterverkauft.

Im Eigentum der Stadt befinden sich in dem 1,8 Hektar großen Sanierungsgebiet das ehemalige Häsele-Baustofflager und der städtische Bauhof. In Privatbesitz sind der Landschafts- und Gartenbaubetrieb Stapf, der Edeka-­Markt und die „fabrik“ der Schloss-Schule.

Am 5. Oktober sprechen Bürger mit Planern

Mit der Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung des Sanierungsgebiets „Lindenstraße/Eschenstraße“ geht es am 5. Oktober weiter. Dann gibt es einen Bürger-Planer-Dialog mit den Städteplanern, die sich am städtebaulichen Wettbewerb für das Sanierungsgebiet beteiligen. Für den Wettbewerb müssen die Entwürfe bis Anfang Dezember eingereicht werden. Das Preisgericht entscheidet am 19. Januar, ab dem 23 Januar werden die Entwürfe öffentlich ausgestellt. erz

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