Mit Düngemitteln kontaminiertes Löschwasser verseuchte die Jagst im August 2015 nach dem Mühlenbrand in Lobenhausen über etliche Kilometer stromabwärts. Schon wenige Tage nach der Umweltkatastrophe mit Tonnen toter Fische sagte das Land "unbürokratische Hilfe" zu.

Konkret wurde Umweltminister Franz Untersteller im Februar bei einem Lokaltermin in Bieringen (Hohenlohekreis): Rund 14 Millionen Euro wolle das Land Baden-Württemberg in den nächsten Jahren für die Gesundung der schwer angeschlagenen Jagst ausgeben.

Mit dem Geld für das "Aktionsprogramm Jagst soll nicht nur der Zustand vor der Katastrophe wiederhergestellt werden, sondern auch das Ökosystem des Flusses grundsätzlich verbessert werden.

Die bürokratischen Mühlen drehten sich sodann in erstaunlicher Schnelligkeit, von der auch Bruno Fischer aus Kirchberg angenehm überrascht war: Die Gewässer-Experten des Regierungspräsidiums (RP) in Stuttgart machten dem Vorsitzenden des örtlichen Naturschutzbundes (NABU) ganz kurzfristig ein Angebot, das er nicht ablehnen konnte.

Ein Wiesengrundstück an der alten Hornberger Mühle, das der Nabu kürzlich von der Stadt Kirchberg erstanden hatte, steht nämlich ebenfalls auf der RP-Liste mit geplanten Renaturierungen. Ein Bagger brummte schon kurze Zeit später am Ufer der Jagst und legte im Auftrag des "Landesbetriebs Gewässer" einen verlandeten Altarm der Jagst frei - allerdings nicht auf voller Länge, sondern nur im sogenannten "Hinterwasser": Einen kompletten Durchstich würde eine Bachmuschel-Kolonie im jetzigen Flussbett nicht vertragen.

Der Bagger-Fahrer schuf noch ein lauschiges Inselchen mitsamt Baum in der Mitte - und jetzt können Fische hier abseits des Hauptstromes nicht nur in aller Ruhe ihre Laichplätze einrichten, sondern bei reißendem Hochwasser auch ein rettendes Refugium aufsuchen. Separate Laichtümpel für Amphibien und eine neu modellierte Wiese komplettieren nebst einem Gehölzstreifen mit Erlen, Feldahorn und Weiden dieses neue Biotop an den Gestaden der Jagst, an dem nicht nur Bruno Fischer seine helle Freude hat.

Demnächst gehen die Arbeiten im Raum Kirchberg auf einem Grundstück des Naturschutzbundes weiter: Zwischen den Dörfern Eichenau und Diembot entstehen an einer Steilwand neue Domizile für den Eisvogel.