Rosengarten Rekonstruierung der Haller Landhege mit Figuren, Pflanzen, Tafeln und Stationen

Rosengarten / CHRISTA GLÜCK 22.10.2014
Einst war sie eine 200 Kilometer lange Grenzmarkierung im hällischen Gebiet. Nun soll die Haller Landhege wiederbelebt werden - und es ist bereits so einiges passiert. Bisherige Kosten: knapp 200.000 Euro.

Die Haller Landhege war in Deutschland eine herausragende städtische Grenzbefestigung vor mehr als 500 Jahren. Das Jahrhundertfenster, das zurzeit gebaut wird, sei für die Öffentlichkeit von kultureller Bedeutung und werde gleichzeitig zu einer touristischen Attraktivität führen, betonte Bürgermeister Jürgen König.

Im 14. Jahrhundert mit dem Bau begonnen, war die Landhege 1553 abgeschlossen. Es war eine 200 Kilometer lange Grenzmarkierung, die das hällische Gebiet umgab. Insgesamt umschließt die äußere Hege rund 300 Quadratkilometer. An fünf Stellen, an denen Straßen die Hege kreuzten, standen Landtürme. Mit einem Konzept über die in der Leader-Kulisse enthaltenen Markungen Mainhardt, Michelfeld, Rosengarten, Oberrot und Bibersfeld soll aufgezeigt werden, wie das Kulturdenkmal Haller Landhege wiederbelebt werden kann. Hardy Mann ist Verfasser und Ersteller der Konzeption der Landhege. Er berichtete dem Gemeinderat von den Konstruktionen und deren Ablauf.

Die Erdarbeiten für die Teilkonstruktion der Landhege in Mainhardt, am Radweg Landheg-Tour, sind nahezu abgeschlossen. Auch drei Mainhardter Räuber, überlebensgroße Figuren, sind schon aufgestellt. Diese wurden nach Entwürfen von Hardy Mann vom Bühlerzeller Künstler Stefan Vollrath aus einer Solitäreiche gehauen. Sie sollen konspirativ den Schlupf durch die Landhege nutzen. Es fehlen noch die Grenzsteine und Informationstafeln.

Im Bau ist die Aktion am Baierbacher Hof der Gemeinde Michelfeld. Die Rekonstruktion der Landhege ist bereits bepflanzt, Wälle wurden aufgeschüttet, Gräben ausgehoben. Das große Holztor und die separate Informationsfläche fehlen noch.

Die Stadt Schwäbisch Hall wird mit einer Kombination aus Videoclip, Film und Infostation einen Einblick in die Geschichte der Landhege geben. Zusätzlich wird eine großformatige Schautafel am Starkholzbacher See aufgestellt. "Es wird bereits, ohne Öffentlichkeit, feste gewerkelt", sagte Mann.

In der Gemeinde Oberrot, wo es eine Audiostation am Rottal-Radweg geben sollte, wird eine Veränderung von Bürgermeister Daniel Bullinger gewünscht. Für Oberrot sind bis jetzt der Einsatz einer Informationstafel und eine Rastmöglichkeit nahe der Ebersberger Sägemühle vorgesehen. Noch unter Bürgermeister Werner Strack wurde 2013 eine Audiostation beschlossen. Bullinger lehnt diese grundsätzlich ab. Er lässt prüfen, ob eine Änderung des Installationsortes von Leader genehmigt wird.

"Es war eine lange Vorbereitungsphase, jetzt geht es zügig voran", sagte Mann. In Rosengarten gibt es den Landturm und das Zeitenfernrohr am Kelterbuckel Sanzenbach. Die große Stahlkonstruktion sei schon aufgestellt, die Treppe gebe es erst zum Schluss, berichtete Mann. Der Turm wird nur an einer Seite als massiver Landturm erkennbar sein und mehrere Funktionen erfüllen: historischer Turm in der Landhege, Aussichtsturm, Infostation und Wetter-Unterstand. Die lange Edelstahlrutsche, die Kinder einst liebten, wird am Hang vor dem Turm wieder aufgebaut. An diesem selbst wird ein besonderes Zeitenfernrohr gesetzt werden. Mit ihm kann man in die weite Landschaft schauen, aber auch zugleich in die Vergangenheit blicken.

Insgesamt wurden bis jetzt 199.700 Euro für die gesamte Arbeit verwendet. Die Kostenschätzung liegt bei 320.008 Euro. Von Leader gibt es eine Zuwendung über 147.895 Euro.

Audiostation noch fraglich

Kosten Es wurden bis jetzt folgende Gelder für die Jahrhundertfenster verwendet:

Mainhardt 20.242 Euro (Gesamtanteil 299.99 Euro), Michelfeld 77.290 Euro (109.996 Euro), Rosengarten 65.410 Euro (69.955 Euro), Oberrot 2423 Euro (20.628 Euro), Schwäbisch Hall/Bibersfeld 10.665 Euro (50.191 Euro). Honorar für Projektleitung 33.677 Euro.

Audiostation Diskutiert werden soll in allen Gemeinden, ob die Audiostation, die Oberrot nicht einsetzen will, trotzdem realisiert werden könnte. Die Gemeinden müssten das finanzieren. Die Station wäre eine Bereicherung für alle. Dies muss allerdings noch geprüft werden.

GK

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel