Der Angelsportverein (ASV) Honhardt ist seit 35 Jahren für die Hege und Pflege der Jagst zwischen Steinbach/Jagst und Jagstheim zuständig, aber manchmal müssen sich selbst alteingesessene Mitglieder die Augen reiben, bei dem, was sie erleben. In dem knapp zwei Kilometer langen Flussabschnitt kam es seit 2016 wiederholt zu Pegelabsenkungen, die Polizei, Staatsanwaltschaft und Landratsamt beschäftigten. Fünf Fälle sind durch den ASV dokumentiert, teilweise mit Fotos.

Im November 2016 stellte die Staatsanwaltschaft Ellwangen ein Verfahren gegen Unbekannt ein, weil „ein Verursacher der Gewässerabsenkung – für die grundsätzlich die Betreiber der Mühlen in Betracht kommen – nicht beweiskräftig festgestellt werden“ konnte. Zudem lief ein weiteres Verfahren der Staatsanwaltschaft gegen einen Mühlenbetreiber. Dieses wurde ebenfalls eingestellt, im Dezember vergangenen Jahres. „Ermittlungen unter Einbindung des Landratsamtes Schwäbisch Hall haben“, heißt es in einem Schreiben aus Ellwangen, „keinen Beweis für eine Pegelabsenkung oder einen Verursacher ergeben.“

Ursachen „nicht eindeutig“

Die Befürchtungen des Angelsportvereins, dass durch das Trockenlegen Laichzonen und Fischbrut zerstört werden und Tiere verenden, teilt die Staatsanwaltschaft nicht: „Bis auf vorliegende Lichtbilder, die eine trockenliegende Sandbank zeigen, sind keine Hinweise vorhanden, die für eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensräume sowie von bestimmten Tier- und Pflanzenarten sprechen. Eine temporäre Wasserabsenkung ist für viele Tier- und Pflanzenarten zu verkraften. Gravierende Beeinträchtigungen sind nicht eingetreten.“

Die Ursachen für die Unterstauung beziehungsweise den Niedrigwasserstand seien „nicht eindeutig dem Beschuldigten zuzuordnen“, schreibt die Staatsanwaltschaft weiter. Und es seien „verschiedene Szenarien denkbar, die sich nicht gegenseitig ausschließen und auch gemeinsam zu der Unterstauung geführt haben können“.

Drei Messeinrichtungen

Dennoch scheint einer der Mühlenbetreiber in dem besagten Flussabschnitt verstärkt ins Visier geraten zu sein. Bei einem Vor-Ort-Termin im vergangenen Jahr sagte das Landratsamt zu, Pegelmesseinrichtungen zu installieren. Wie sich auf Nachfrage herausstellt, handelt es sich um insgesamt drei Einrichtungen, diese sollen alle bei der Obermühle in Jagstheim zum Einsatz kommen.

Installiert wurde allerdings noch nichts. Der Einbau wurde angeordnet, schreibt das Landratsamt, aber „der Betreiber ist dieser Anordnung bislang noch nicht nachgekommen“. Die Durchsetzung erfolge nun „im Rahmen der Verwaltungsvollstreckung“. Warum der Betreiber dieser Anordnung bislang nicht nachgekommen ist, könnte folgende Antwort der Stadt Crailsheim erklären: „Aufgrund des der Verwaltung vorliegenden Schriftverkehrs liegt die Vermutung nahe, dass der Eigentümer zu den Reichsbürgern oder Selbstverwaltern gehört.“

Schwäbisch Hall

Es gibt wohl noch ein Problem: Die Stadt ist der Auffassung, dass es „an einer rechtlichen Ermächtigungsgrundlage“ fehle, „dass der Eigentümer eine Begehung über sein Grundstück dulden muss“. Vielleicht lassen sich die drei Pegelmesseinrichtungen ja anderweitig installieren: Wasser und ein Teil des Ufers gehören dem Land Baden-Württemberg.