Braunsbach Premiere der Theateraufführung "Das Wasserfraale von Orlach"

CORINNA JANSSEN 22.07.2013
Die Theatergruppe Braunsbach lässt Geschichte aufleben. Die Premiere der Sage "Das Wasserfraale von Orlach" ist ausverkauft. Das Stück ist kombiniert mit dem "Drachenloch von Elzhausen".

Dort am Wasserfraale, einer Wasserhöhle zwischen dem Weiler Dörrhof und Orlach, soll den Überlieferungen nach des Nachts ein Wassergeist auf seiner Harfe gespielt haben. Angelockt von den zarten Tönen traten Nixen aus dem Wasserfraale, um zu tanzen und zu singen.

Zufällig beobachtet der Orlacher Bub Johannes das Schauspiel. Und kommt zurück mit seinen Freunden. Zwischen Nixen und Buben kommt es zum Austausch. Johannes und die Nixe Jossi verlieben sich unsterblich. Gibt es für das ungleiche Paar eine Zukunft? Der Wassergeist macht Jossi Mut. Ihr altes Leben muss sie jedoch aufgeben.

In der fünften Auflage spielen die Akteure vergangenen Freitag die Premiere "Das Wasserfraale von Orlach", sowie "Das Drachenloch von Elzhausen" unter der Regie von Autorin Katharina Hartmann.

Katharina Hartmann verpackt die Sage in eine neue Geschichte. Orlacher Buben lässt die Autorin neugierig bei Anneliese (Lisbeth Hennerich) in der Bauernstube nach dem Wasserfraale fragen. Diese beginnt zu erzählen. Die mystischen Gestalten erwachen auf der zweiten Bühne.

Mit viel Aufwand wurde das Wasserfraale nachempfunden. Eine große Felswand, Farne, Höhleneingang und ein Felsstuhl mit Moos bedeckt sind auszumachen.

Professor Thomas Pfeiffer spielt den lustigen Wassergeist. Seine langen weißen Haare und der Rauschebart geben ihm ein fröhliches, authentisches Aussehen. Eine Augenweide sind die jungen Nixen in ihren fließenden türkisen Gewändern und Blumenkränzen. Ihre Heiterkeit, ihr Lachen und Kichern wirkt leicht und bezaubernd.

Die Orlacher Buben entlocken so manchem Besucher ein Schmunzeln. In breitem Dialekt kommunizieren sie miteinander, so, wie es eben hätte sei können - damals. Johannes (Jan Müller) schwärmt von den zarten Grazien, die er da des Nachts gesehen hat und macht seine Freunde neugierig. Und tatsächlich: Als die Gruppe am Abend am Wasserfraale wartet, erscheinen die Nixen erneut. Der Einladung in die Bauernstube zum Kartenspielen folgen sie.

Szenenwechsel nach der Pause. Die Elzhausener wollen den heimtückischen Drachen töten, der des Nachts sogar Rinder verschlingt. Den einzigen Drachen, den das Publikum zu sehen bekommt, ist Ursula Karle - in der Gestalt eines Hausdrachens. Etwas laut und überdreht ruft sie nach ihrem August und schleppt dabei ihr totes Huhn herum.

Bewaffnet mit Teppichklopfer und Muckenbatscher erreichen die Elzhausener das Drachenloch. Dort raucht es stark. Ein mutiger Junge steigt hinab, findet nichts. Das Loch wird verengt - so kann kein Drachen mehr hindurch. Die Frage, wo denn nun der Drache ist, bleibt für die Besucher unbeantwortet.

Weiter geht es am Wasserfraale, wo Jossi (Helga Frey), stark gealtert, auf Johannes trifft. Der - selbst in die Jahre gekommen - erkennt sie nicht wieder. Erst als Jossi ihm auf die Sprünge hilft, fällt der Groschen. Sie war die weiße Eule, die er immer wieder zu Gesicht bekam. "Dein kleiner Zweifel an unserer Liebe hat für mich jahrelange Trennung bedeutet", eröffnet ihm Jossi. Johannes hatte Jossi dennoch nie vergessen können. Seiner Treue wegen sind sie letztendlich vereint - im Alter.

Katharina Hartmann ist es gelungen, eine heitere Geschichte mit großem Unterhaltungswert und schillernden Farben auf die Bühne zu bringen.