Kreßberg Platz für „eine richtige Ortsmitte“

Die alten Gebäude vorne sollen abgerissen werden. Der Neubau wird in etwa so hoch wie das Rathaus im Hintergrund, soll allerdings von der Straße wegrücken, damit ein Platz entsteht.
Die alten Gebäude vorne sollen abgerissen werden. Der Neubau wird in etwa so hoch wie das Rathaus im Hintergrund, soll allerdings von der Straße wegrücken, damit ein Platz entsteht. © Foto: Jens Sitarek
Kreßberg / Jens Sitarek 24.07.2018
In Waldtann soll auf dem ehemaligen Areal der Firma Feudel neben dem Rathaus ein neues Wohn- und Geschäftshaus mit Arzt, Bank und Bäcker entstehen. Ein Architekt stellt erste Ideen vor.

Eigentlich wollte die VR-Bank Feuchtwangen-Dinkelsbühl rechts neben dem Rathaus in Waldtann eine neue Filiale für Kreßberg bauen. Dazu erwarb sie im vergangenen Jahr zwei Flurstücke von der Gemeinde. Von diesen Plänen sei die Bank mittlerweile wieder abgewichen, sagt Kreßbergs Bürgermeister Robert Fischer in der Gemeinderatssitzung vergangene Woche. Denn es gibt einen neuen Plan.

Fischer berichtet von weiteren Gesprächen mit der Bank, in denen sei es auch um die Zukunft der medizinischen Versorgung in der Gemeinde gegangen. Und am Ende sei „die Überlegung entstanden, sich miteinander zu engagieren“.

Gemeinde als Vermieter?

Jetzt ist die Überlegung die, dass Gemeinde und Bank links vom Rathaus auf dem ehemaligen Areal der Firma Feudel in der Unteren Hirtenstraße 36 miteinander ein Wohn- und Geschäftshaus bauen. Arzt, Bank und Bäcker im Erdgeschoss und Wohnungen in den Obergeschossen. Das Grundstück gehört der Gemeinde. Sie würde wohl Eigentümer bleiben und gegenüber der Bank als Vermieter auftreten.

Um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie man das alles unter einen Hut bringen könne, wurde der Schnelldorfer Architekt Andreas Günther beauftragt. In der Gemeinderatssitzung stellt er eine erste Planung vor. Es ist nicht die erste Bank, die Günther plant, und nicht die erste Arztpraxis. „Das Grundstück ist wirklich ideal“, findet er.

Weg von der Straße

Die bestehenden Gebäude auf dem Feudel-Areal sollen abgerissen werden, obwohl sie „ursprünglich angetreten“ waren, das Büro zu retten, wie Fischer es formuliert. Das Wohn- und Geschäftshaus, das dann erwächst, soll in etwa so hoch werden wie das Rathaus, allerdings von der Straße wegrücken, „damit ein Platz entsteht“, so Günther. „So kriegt Waldtann eine richtige Mitte.“

Vor und hinter dem neuen Komplex sind Parkplätze vorgesehen, darunter welche für Kurzzeitparker. Bei Günther klingt das so: „neue zentrale Parksituation im Zentrum von Waldtann“. Ob dort auch einmal Ärzte parken und die Räume nutzen, sei zwar nicht sicher, sagt Bürgermeister Fischer. „Da kann uns niemand eine Garantie geben.“ Derzeit gebe es „glücklicherweise zwei funktionierende Allgemeinarztpraxen“. Aber eines stehe fest: „Wenn wir die Räume nicht haben, finden wir keine Ärzte.“

Die Gemeinderäte Karl Eißen und Bernd Kaspar melden sich zu Wort. „Ich finde die Planung echt gut, aber ich möchte ein wenig auf die Euphoriebremse drücken“, so sagt es Eißen. Man müsse schon kalkulieren. Kaspar fragt sich: „Können wir uns das zumuten?“ „Die Frage können wir erst beantworten, wenn wir Kostenschätzungen haben“, antwortet  Bürgermeister Fischer.

An einer Stelle in der Präsentation rutscht Architekt Günther eine Zahl raus: 8900. Es würde sich bei dieser ersten Planung um 8900 Kubikmeter umbauten Raum handeln, „da weiß man in etwa, in welche Richtung die Reise geht“. Wer nach Kubikmeter, umbauten Raum und Kosten googelt, findet folgenden Satz: Üblich sind 280 bis 350 Euro ohne Baunebenkosten beziehungsweise 400 bis 420 Euro bei schlüsselfertiger Bauweise. Pro Kubikmeter. Legt man die Mitte zugrunde, also 350 Euro, kommt man auf eine Summe von mehr als drei Millionen Euro.

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