Unbekannte haben in der Nacht zum vergangenen Samstag die Fenster einer Asylbewerberunterkunft und des Rathauses in Pfedelbach im Hohenlohekreis mit Nazi-Symbolen beschmiert. Mit weißer Farbe sprühten sie Hakenkreuze und Totenköpfe. Das hat das Polizeipräsidium Heilbronn am Dienstag mitgeteilt. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen.

Ein Verbrechen

„Nazi-Schmierereien waren, sind und bleiben ein Verbrechen“, so kommentieren der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner und seine Landtagskollegin Jutta Niemann die Vorfälle. Die Nazis hätten Millionen von Menschen allein „aufgrund ihrer Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu ethnischen Gruppen, Weltanschauungen und anderer willkürlicher Kriterien ermordet“. Sie hätten eine totalitäre Diktatur und „einen Überwachungsstaat sondergleichen errichtet“ und die Demokratie zerstört. „Das darf sich nie wiederholen“, schreiben die beiden in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Dafür stünden all jene ein, die bereit sind, Menschen in Not Hilfe anzubieten, und die in Menschen Menschen sehen, ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Lebensweise. „Wir stehen als moderne offene Gesellschaft zusammen für die Verteidigung unserer Werte und eines freiheitlichen und demokratischen Rechtsstaats, für den eines klar ist: Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so Ebner und Niemann.

Von Eyb: Aufklärung tut not

Ebenfalls zu Wort meldet sich der CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb: „Die Schmierereien sind kriminell, geschichtsvergessen und geschmacklos.“ Gegen ewig gestrige ältere Menschen helfe allenfalls das Strafgesetzbuch, junge Menschen müssten über die menschenverachtenden, Gewalttaten und die kriminelle Ideologie der National­­sozialisten aufgeklärt werden. In erster Linie sei hier das persönliche Umfeld gefragt, aber auch die Schulen, Kirchen und Vereine. „Unabhängig davon ist es Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, politisch motivierte Kriminalität konsequent zu ahnden“, so von Eyb.

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