Braunsbach Originalgetreu bis ins Detail

Philipp Müller schraubt das deutsche Nummernschild an einen Ford Mustang GT 500 KR, das Kultauto K.I.T.T. aus der zweiten "Knight Rider"-Serie. Foto: Marc Weigert
Philipp Müller schraubt das deutsche Nummernschild an einen Ford Mustang GT 500 KR, das Kultauto K.I.T.T. aus der zweiten "Knight Rider"-Serie. Foto: Marc Weigert
KATHARINAGOTTSCHALK 09.03.2013
Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht - "Knight Rider". Die Kultserie aus Amerika hat das Auto K.I.T.T. berühmt gemacht. Philipp Müller und sein Team haben es originalgetreu nachgebaut.

In einer kleinen Werkstatt für Felgen-Veredelung in Orlach steht er - schwarz, hochglänzend, böse. So sieht er zumindest aus, wenn man ihn plötzlich im Rückspiegel hat - K.I.T.T. Das sprechende Auto aus der Serie Knight Rider, welche von 1982 bis 1986 produziert wurde. Es ist kein original Pontiac Firebird Trans Am, sondern ein Ford Mustang Shelby GT, der ab 2008 in der Fortsetzung der Fernsehserie zum Einsatz kam.

"Bis ins kleinste Detail haben wir uns an die Filmaufnahmen und Fotos gehalten und vom Kühlergrill bis zu den Stickereien im Kopfteil der Vordersitze alles genauso übernommen und nachgebaut", erzählt Philipp Müller von der Tuning-Firma APT in Orlach. Ein Jahr lang haben er und drei Kollegen in ihrer Freizeit an K.I.T.T. getüftelt und im Internet nach Originalteilen gesucht. Bereits im Frühjahr 2011 hat Müller aus Amerika einen etwa dreijährigen Mustang Shelby GT importiert.

Im Vergleich zu deutschen Verhältnissen bekam er das PS-starke Auto zu einem Schnäppchenpreis. Allerdings musste noch einiges umgebaut werden, damit der Shelby und zukünftige K.I.T.T. überhaupt deutsche Papiere bekommen konnte.

Philipp Müller nimmt sich alle paar Jahre ein neues Projekt vor. Die besonderen Autos dienen auf den großen Automessen als Hingucker und Kundenmagnete. "Normalerweise arbeiten wir nur mit Audi oder VW. Aber da ich aus geschäftlichen Gründen im amerikanischen Markt Fuß fassen will, wurde es diesmal ein Amerikaner", sagt Müller. Dafür ist er extra nach Los Angeles geflogen und hat sich dort bei einem Autopark sein 520-PS-Monster ausgesucht. Persönlich fährt der Autofan aber lieber deutsche Wagen. "Unser K.I.T.T. ist so brachial, so laut, dass man sich vom Kühler bis zum Auspuff nicht mehr hören kann." Ja, K.I.T.T. hat was unter der Haube. Das kann man von Weitem hören. Er bruddelt und schreit, wenn man ihn fordert. Dafür hat er auch großen Durst: 20 Liter auf 100 Kilometer sind normal. Und das kann man riechen. "Wenn man mit ihm unterwegs ist, muss man damit rechnen, nach Benzin zu stinken", räumt Müller ein und grinst. Ab und zu macht er sonntags Ausfahrten oder dient auch mal als Chauffeur bei Hochzeiten.

K.I.T.T. wurde ordentlich vermarktet. Wer sich Felgen leistet, die 10000 Euro kosten, vom Unterhalt und den weiteren Spezialumbauten ganz zu schweigen, der muss auch was arbeiten. Das Auto hat am Grill vorne die berühmte Lichtleiste und verfügt über eine geschlitzte Bremsanlage. Im Innenraum ist alles lederbezogen und im Armaturenbrett findet man die Kugel, durch die K.I.T.T. spricht. Wie die Tüftler das gemacht haben? Hinter der Kugel sitzt ein HD-Monitor und ein Computer mit den Sprechsequenzen ist auch verbaut. So hat man das Gefühl, sich mit dem Auto zu unterhalten. Müller hat darauf geachtet, dass alles eingetragen und vom Tüv abgenommen ist. So ist das Auto auch für deutsche Straßen zugelassen.

Nun steht K.I.T.T. zum Verkauf. Über den Preis schweigt Philipp Müller. Es müsse schon ein Liebhaber sein, der sich dieses schwarze sprechende Monster leisten will. Bis dieser gefunden ist, bleibt das K.I.T.T.-Replikat in Orlach stehen und darf ab und zu ausgefahren werden. Mit 520 PS, 8 Zylindern und nicht abgeriegelt - "da sind 300 km/h auf jeden Fall drin", weiß der Tuning-Experte.