Kirchberg Omega-Trio bringt im Kirchberger Rittersaal sein Publikum zum Staunen

Pianistin Christine Rahn, Tubist Rubén Durá de Lamo und Sabrina Ma am Vibrafon im Rittersaal des Kirchberger Schlosses bei der Interpretation von Maximilian Schnaus' "che vuoi?".
Pianistin Christine Rahn, Tubist Rubén Durá de Lamo und Sabrina Ma am Vibrafon im Rittersaal des Kirchberger Schlosses bei der Interpretation von Maximilian Schnaus' "che vuoi?". © Foto: Ralf Snurawa
Kirchberg / RALF SNURAWA 21.05.2015
Nicht alltäglich ist die Kombination aus Tuba, Marimba- oder Vibrafon und Klavier. Dass man sein Publikum damit nicht nur zum Staunen bringen kann, sondern auch verzaubern, beweist das Omega-Trio.

In den Bann des Klanges von Tuba, Marimbafon und Klavier ziehen die drei jungen Musiker ihr Publikum im Rittersaal des Kirchberger Schlosses gleich mit dem ersten Werk, Arcangelo Correllis "Folia"-Variationen. Packend und sogartig gerät ihnen dieses Werk, in dem unter anderem Sabrina Ma (Marimbafon) mit schnell ausgeführten Figurationen glänzt.

Etwas fragwürdig erscheint danach der Zusammenhang zwischen Werktitel und Instrument, als Rubén Durá de Lamo Claude Debussys "Syrinx" auf der Tuba interpretiert - nicht aber die einfühlsame Art, wie er dieses Werk nuanciert vorträgt. Solistisch folgt ihm Sabrina Ma mit den "Trois caprices" von René Leibowitz. Verdichteter Ausdruck bestimmt diese Miniaturen, die zart schwebend wirken.

Zwei eigens für das Omega-Trio geschriebene Werke jüngerer Komponisten erklingen an diesem Abend ebenfalls. Dazu gehört Michael Walters Trio. Es bietet Rubén Durá de Lamo die Möglichkeit, die sanft-gesangliche Seite seines Instruments vorzustellen. Zusammen mit der Pianistin Christine Rahn lotet er aber auch perkussive Momente aus. Überhaupt ergibt sich der Eindruck eines Tanzes, in dem die Instrumente miteinander verschlungen scheinen. Dagegen ist Maximilian Schnaus' "Che vuoi?" (Was willst du?) - Sabrina Ma spielt nun auf dem Vibrafon - mehr eine musikalische Reise von außen ins Innere des Menschen und wieder zurück. Minimalistischen Akkordwechseln stehen meist ausdrucksstarke, hoch erregte Ausbrüche gegenüber.

Zwischen diesen beiden Auftragskompositionen bieten die Musiker weitere Miniaturen: für Tuba und Klavier von Anthony Plog. In ihnen umrahmt das spannungsreiche Pulsieren eines "Allegro vivace"-Satzes gesangliches Schweifen des "Freely" genannten Mittelsatzes.

Zuvor hat Tubist Rubén Durá de Lamo zusammen mit Marimbafonspielerin Sabrina Ma fünf der sieben "Canciones populares Espa·olas" Manuel de Fallas auf Gesanglichkeit wie tänzerisches Moment untersucht.

"Nana" und "Asturiana" erweisen sich als ausdrucksstark und nuanciert wiedergegebene Balladen. "El Pa·o moruno", "Polo" und "Jota" sind die tänzerisch geprägten Sätze, die beide Interpreten mit schönen Akzentsetzungen versehen. "Polo" gerät dabei druckvoll, "Jota" toccatenhaft virtuos. Daran knüpft Christine Rahn mit dem espritvoll und mitreißend gespielten "Alborada del gracioso" von Maurice Ravel an.

Für den lang anhaltenden Applaus bedankten sich die drei Musiker mit einem musikalischen Augenzwinkern: einer Kurzfassung von Vittorio Montis "Csardas" zwischen virtuos schnellen Figuren in der Tuba, die eher an einen Hummelflug erinnerten, und zart-süßlichen Marimbafon-Klängen.

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