Ob man sie Schlepper, Traktor oder Bulldog nennt: Alle waren irgendwann und irgendwo für Arbeiten in der Landwirtschaft eingesetzt - und sind es teilweise heute noch. Natürlich sind sie nicht mit den heutigen High-Tech-Schleppern zu vergleichen. Doch gerade dieser Unterschied macht sie schon wieder zu etwas Besonderem - und zu begehrten Sammlerstücken. 362 Exemplare dieser ganz besonderen Spezies waren beim Bartholomämarkt in Beimbach vertreten.

Der Ort entwickelt sich zu einem großen Treffpunkte für Oldtimerfreunde

"Nächstes Jahr erreichen wir die 400", ist Ortsvorsteher Karl Schüler zuversichtlich und strahlt übers ganze Gesicht. Jedem Teilnehmer überreicht er eine Urkunde, eine Flasche Wein, einen Essens- und Getränkegutschein. Unter den Teilnehmern aus nah und fern: Wilhelm Schwarz aus Waldhausen bei Wörnitz. "Die haben mich damals alle für verrückt erklärt", erinnert er sich an die Anfänge seiner Sammelleidenschaft. "Wie kannst du nur so viel Schrott heimbringen" war er immer wieder verwundert gefragt worden, "den müssen doch deine Enkel irgendwann wieder teuer entsorgen." Doch heute wissen auch seine Kritiker, dass er damals richtig gehandelt hat. Inzwischen ist in diesem Bereich ein wahrer Boom ausgebrochen mit der Folge, dass selbst für schrottreife Traktoren astronomisch hohe Preise verlangt werden. "Ich bin kein Ölscheich, sondern Rentner", beschreibt Wilhelm Schwarz seine finanzielle Lage und damit seine eingeschränkten Möglichkeiten, in der heutigen Zeit alte Traktoren zu kaufen. Und wie viel würde er wohl für seinen Hanomag Robust 800 erhalten, mit dem er auf dem Beimbacher Treffen vertreten ist? Solche Fragen stellt man einem Sammler am besten gar nicht, weil man statt einer Antwort höchstens ein müdes Lächeln erhält. Und wie viele Exemplare stehen bei ihm zu Hause? Hier zögert Wilhelm Schwarz zunächst, nennt dann aber doch eine Zahl: "So um die 70." Aber: Er bewahrt seine Schätze nicht hinter verschlossenen Türen auf, sondern zeigt sie gerne jedem, der sich wirklich dafür interessiert, wie er betont.

Er selbst interessiert sich schon seit frühester Kindheit für Traktoren, durfte er doch schon als Bub auf dem Hanomag RL 20 seines Patenonkels mitfahren. Seit vielen Jahren sucht er nach einem solchen Erinnerungsexemplar. Bisher vergeblich. Weil er mit Hanomag quasi aufgewachsen ist, hat er sich ein bisschen auf diese blaue Marke spezialisiert, von der etwa 30 Exemplare in seinen Hallen stehen. Besonders stolz ist er aber auf seinen orangefarbenen Allgaier AB 17, nicht nur, weil dieser Traktor von Ferdinand Porsche entwickelt wurde, sondern vor allem auch deshalb, weil damit seine Sammelleidenschaft begonnen hat.

Von dieser Leidenschaft sind ganz offensichtlich sehr viele Menschen gepackt, wie die große Resonanz auf dieses Treffen deutlich macht. Solche Veranstaltungen nehmen zahlenmäßig zu (Wilhelm Schwarz war allein an diesem Wochenende zu vier eingeladen) und stoßen auch auf immer größeres Besucherinteresse. Es ist aber auch ein besonderes Erlebnis und ein wahrer Augenschmaus, so viele Deutz, Fendt, MAN, Schlüter, Güldner, Fahr, Allgaier und Lanz auf einem Fleck zu sehen und bewundern zu können. Die meisten sind restauriert und auf Hochglanz gebracht, andere tragen die Spuren ihres Einsatzes auf dem Hof, im Wald und auf dem Feld. Doch in einem Punkt sind sie alle gleich: Sie funktionieren und fahren, was sie bei einer Runde ums Dorf eindrucksvoll demonstrieren.

Ob Oldtimertreffen, Ausstellung oder Markt, Ponyreiten oder Kinderkarussell, Schmiedevorführungen oder Bogenschießen, Mosten oder Musik: An beiden Tagen war für alle Besucher etwas dabei. Und so war es wieder einmal ein richtig schöner und gelungener Beimbacher Bartholomämarkt.