Wenn es darum geht, alte Autos zu bewahren, zu restaurieren, zu pflegen – und natürlich auch darum, selbige zu bewegen, dann sind Rudolf Wagner und seine Mitstreiter von der Interessengemeinschaft (IG) Oldtimer Ellrichshausen nicht weit. Seit mehr als 20 Jahren richten sie im Juli einen Oldtimer-Frühschoppen in Birkelbach aus. Und am ersten Sonntag nach dem Crailsheimer Volksfest steigt traditionell die Herbstausfahrt. Mit dem Frühschoppen, der den Namen „Weißwurstfrühstück von 8 bis 8“ trägt, und der Herbstausfahrt gibt die IG dem Hobby eine Heimat.

Rudolf Wagners Frau Lore, die er „Die Wagnerin“ nennt, hob die erste Ausfahrt anno 2000 aus der Taufe. Die Veranstaltung gibt es also heuer zum 20. Mal – Zeit für einen Wechsel. Und so steht mit Bernhard Schust, Baujahr 1954, jetzt zum ersten Mal ein jüngerer in vorderster Reihe. Im Hintergrund mischt das altbewährte Team weiter mit, dazu gehören auch die Wagners. „Wenn die Aufgaben verteilt sind, fällt es ein bisschen leichter“, sagt Rudolf Wagner am Telefon.

„Eine Riesenbürde“ für ihn

 „Der hat das 19-mal gemacht“, sagt Bernhard Schust, „eine Riesenbürde.“ Mit der meint er Rudolf Wagner. Schust kommt in die Redaktion, um auf die diesjährige Herbstausfahrt aufmerksam zu machen. Davor war er in der Werkstatt und schraubte an seiner schwarzen Cobra, einem britischen Sportwagen, herum, wie man unschwer an seinen Händen erkennt.

Die Ausfahrt startet am Sonntag wie immer auf dem Schweinemarktplatz in Crailsheim. Abfahrt ist um 10 Uhr. Den Startschuss gibt der ehrenamtliche Bürgermeister Jochen Lehner, zuerst sind die Motorräder an der Reihe. Gemeldet werden kann ­bereits von 8 Uhr an. Für Oldtimerfans bliebe noch „genügend Zeit für die Begutachtung der Schnauferl“, findet Schust. Sehenswert sei auch die Abfahrt. Er fährt mit der Cobra vorneweg.

50 bis 100 Fahrzeuge oder mehr

Je nach Wetter kämen 50 bis 100 oder sogar mehr Fahrzeuge zusammen, sagt Schust, für ihn „ein kompletter Querschnitt der deutschen Automobilisierungsgeschichte“: von der kleinen Knutschkugel (BMW Issetta) über zweitaktende Nachkriegskleinstwagen – zum Beispiel ein Maicomobil, schöner restauriert als im Originalzustand –, Muscle Cars aus den USA, Unimogs sowie in- und ausländische Motorräder bis hin zu roten italienischen Exoten.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Ausfahrt ist die Straßenzulassung, aber das versteht sich von selbst. Die Strecke (siehe Infokasten) ist rund 130 Kilometer lang. Sie wird von einem Stopp zum Mittagessen im Landgasthof Klotz in Unterampfrach unterbrochen und endet wie immer bei den Wagners am alten Bahnhof in Birkelbach bei Kaffee und Kuchen. Dort können die Fahrzeuge noch mal besichtigt werden, sie werden, wie es sich in so einem Fall gehört, zur Parade aufgestellt.

Bei der Ausfahrt packen viele Hände freiwillig mit an. Nur so könne der Unkostenbeitrag wie im vergangenen Jahr bei 17 Euro begrenzt bleiben, sagt Schust noch. Das Ganze funktioniere auch nur, „wenn sich alle Teilnehmer solidarisch anmelden und nicht schwarz mitfahren“.

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Wer die Oldtimer in Aktion sehen will, dem sei auch die rund 130 Kilometer lange Strecke ans Herz gelegt. Nach dem Start auf dem Schweinemarktplatz in Crailsheim geht es über den Pamiersring nach Wittau, weiter nach Gerbertshofen, Wildenstein, Schopfloch, Dürrwangen, Feuchtwangen und Mosbach nach Unterampfrach. Dort gibt es Mittagessen. Nachmittags führt die Route dann über Wörnitz, ­Diebach, Rothenburg ob der Tauber, Leuzendorf, Wiesenbach, Brettheim, Michelbach und Hengstfeld bis ans Ziel nach Birkelbach.