Gerade erst hat Michael Dambacher im Haus der Bildung seiner Frau Petra dafür gedankt, dass sie ihm in den vergangenen neun Jahren den Rücken freigehalten hat. „Du hast es mir auch ermöglicht, eine neue Chance wahrzunehmen“, sagt der neue Ellwanger Oberbürgermeister zuvor bei seiner offiziellen Verabschiedung als Bühlertanner Bürgermeister am vergangenen Freitagabend. Dann muss Dambacher kurz innehalten und schaut nach unten. Er fasst sich wieder und sagt: „So war das jetzt eigentlich nicht geplant.“ Die ganzen lobenden Worte, die zuvor auf ihn eingeprasselt seien, hätten da wohl einiges an Rührung verursacht, erklärt Dambacher später auf Nachfrage. Und es gab einiges an Lorbeeren.

Dambacher sei ein bescheidener Mensch, meinte Landrat Gerhard Bauer in seinem Redebeitrag: „Aber das ganze Lob musst du heute einfach mal aushalten.“ Der Landkreis verliere einen kompetenten und engagierten Bürgermeister, der voller innovativer Ideen sei. „Sie waren auch eine große Bereicherung für die Kreistagsarbeit – sowohl menschlich als auch fachlich“, sagte der Landrat. „Ich haben mit Ihnen immer einen an gemeinsamen Lösungen orientierten und ehrlichen Menschen erlebt, der nachhaltige Zukunftsvisionen für sein lebenswertes Bühlertann gestemmt hat.“ Großen Wert habe Dambacher immer auf „sparsamen, wirtschaftlichen und vo­rausschauenden Umgang mit den Gemeindefinanzen“ gelegt. Er habe der Gemeinde Bühlertann und dem Landkreis gutgetan.

„In die Arbeit gekniet“

Die geladenen Gäste – Dambacher hatte sich ausdrücklich eine Verabschiedung im kleinen Rahmen gewünscht – sind vom ersten Stellvertreter des Bürgermeisters, Gemeinderat Dr. Rainer Matysik, begrüßt worden. „Die Fußstapfen schienen groß, als der Amtsstab 2010 nach 32 Jahren von Hans Weiss auf Sie überging“, sagte Matysik an die Adresse Dambachers. „Aber mit erstaunlichem Geschick, mit Amtskompetenz, Wissen, Enthusiasmus, Fleiß und Engagement haben Sie sich damals in die Arbeit gekniet und manches, das fest verankert und unumstößlich schien, erst mal neu sortiert. Und dabei auch die eine oder andere Sache infrage gestellt.“ Matysik gab einen kurzen Abriss der Projekte, die Dambacher in seinen neun Jahren in Bühlertann angegangen ist. Drei Themenfelder seien dabei charakteristisch: Digitalisierung, Betreuung und Schule sowie „viele Ideen zum Erhalt des Ortsbilds“. Dambacher hinterlasse Spuren, auf die er stolz sein könne.

Dank in Reimform

Im Namen der Bürgermeister aus den Nachbargemeinden war es an Bühlerzells Bürgermeister Thomas Botschek, dem Kollegen zu danken. Und das erledigte er charmant in Reimform. Er erinnerte unter anderem an den Start der interkommunalen Zusammenarbeit von Bühlertann und Bühlerzell bei Kämmerei und Bauwesen. „Zum Schluss sag ich Danke und Ade, lieber Michael, mit dir war‘s oifach schee.“

Christoph Ulreich überbrachte als Vorsitzender des SC Bühlertann Grüße der über 30 Vereine in der Gemeinde. „Ganz wichtig war Ihnen immer die Jugendarbeit“, so der Vorsitzende des SC Bühlertann. „Sie haben uns nie im Regen stehen lassen.“ Dambacher sei jederzeit eingeladen auf eine Stadionwurst und ein Bier.

Was in Bühlertann natürlich nicht fehlen darf, ist der Fasching. Das Dreigestirn hatte eine mehrminütige Präsentation mit Bildern von Dambacher beim bunten Treiben – ob Bürgermeisterabsetzung, Umzug oder Prunksitzung – vorbereitet. „Einige Bilder kannte ich noch gar nicht“, so der überraschte Dambacher. „Zum Abschied darf natürlich eins nicht fehlen“, sagte Sonja Gürth vom Fastnachtskomitee, und der ganze Saal machte mit: „Narri, Narro, ja die Fastnacht macht uns froh.“

Eine Prunksitzung statt drei

„Ich bin tief bewegt“, sagte der ehemalige Schultes im Anschluss. „Ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen, dass ich gehe. Aber man muss berufliche Chancen auch ergreifen, wenn sie sich einem bieten.“ Alles, was an schmeichelhaften Worten über ihn und sein Wirken gesagt worden ist, sei aber nicht sein alleiniges Verdienst. Ohne den Gemeinderat und das Rathausteam hätte er keine erfolgreiche Kommunalpolitik machen können. „Ich werde definitiv als Abgesandter zu einer Prunksitzung im Fasching kommen“, versprach Dambacher, um augenzwinkernd zu ergänzen: „Aber nicht zu dreien.“

Bildergalerie Prunksitzung bei der Bühlertanner Fastnacht 2019

Bei einem Stehempfang mit Getränken und Häppchen hatten die Gäste dann noch Gelegenheit, sich persönlich von Dambacher zu verabschieden. „Manche haben scherzhaft gesagt, es sei ja klar, dass ich nach Ellwangen gehe. Immerhin habe ich ja immer noch ein AA-Kennzeichen am Auto“, erzählte Dambacher und lachte. „Aber ich wollte mir einfach die Gebühren sparen. Da bin ich Schwob.“ Eines sei klar: Seine Zeit in Bühlertann habe er sehr genossen.

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