Schule Nur wenige fallen durch

Kooperation über Schularten hinweg: Bei einer Job-Fit-Aktion unterstützen Gymnasiasten vom Crailsheimer Lise-Meitner-Gymnasium Hauptschüler der Crailsheimer Eichendorffschule beim Schreiben von Bewerbungen. Archivfoto: Marc Weigert
Kooperation über Schularten hinweg: Bei einer Job-Fit-Aktion unterstützen Gymnasiasten vom Crailsheimer Lise-Meitner-Gymnasium Hauptschüler der Crailsheimer Eichendorffschule beim Schreiben von Bewerbungen. Archivfoto: Marc Weigert
Landkreis / ELISABETH SCHWEIKERT 23.02.2013
Mehr Schüler sind im September auf höhere Schulen gewechselt als bisher. Mancher befürchtete, dass etliche Kinder an den Anforderungen scheitern. Jetzt sind die Halbjahrszeugnisse raus. Wie siehts aus?

Die Hermann-Merz-Schule in Ilshofen bietet für Kinder aus Ilshofen, Wolpertshausen, Vellberg und Braunsbach die Möglichkeit, den Werkrealschulabschluss oder den Realschulabschluss zu machen. Dort ist der Realschulzug im September stark gewachsen (77 Schüler; in der Klasse 6 sind 50), während die Schülerzahlen an der Werkrealschule einbrachen (23 in Klasse 5, 46 in Klasse 6). Diese Entwicklung spiegelt den landesweiten Trend zur Realschule und zum Gymnasium wider.

Rückläufer, also Schüler, die vom Gymnasium auf die Realschule zurück wechselten, gibt es einen; keinen, der von der Realschule auf die Werkrealschule wechselt. "Das wird erst Ende der 6. oder 8. Klasse spürbar", prognostiziert Norbert Reinauer, Leiter der Hermann-Merz-Schule. Diese Einschätzung bestätigt Manfred Koch, geschäftsführender Schulleiter in Crailsheim: Im ersten Halbjahr werde versucht, die Schüler, die aus den unterschiedlichen Grundschulen kommen, aufzunehmen und zu einer Klasse zusammen zu führen. Erst im zweiten Halbjahr und in Klasse 6 stiegen die Leistungsanforderungen deutlich an. Wie Koch weiß, versuchten einzelne Eltern, mit "massiver Unterstützung und Nachhilfe" ihren Kindern zu helfen, die Anforderungen zu bewältigen: "In den Realschulen gibt es einzelne Fälle, wo sich Schüler sehr schwer tun."

Im Unterricht bereite es indes wenig Schwierigkeiten, dass die Schüler ein breites Leistungsspektrum haben. Reinauer: "In der Realschule haben wir traditionell eine breite Streuung - der Anteil an Schülern mit einer Gymnasialempfehlung lag bei uns schon immer bei 50 Prozent. Das dürfte auch jetzt so sein."

"Wir haben keine großen Bewegungen", sagt auch Dieter Käßmann, Geschäftsführender Schulleiter in Schwäbisch Hall. Sowohl am Schulzentrum Ost als auch im Schulzentrum West stünden einzelne Realschüler wegen Notenschnitten von 3,8 oder 3,7 auf der Kippe.

Von den 158 Schülern in den fünften Klassen des Gymnasiums bei St. Michael habe es drei gegeben, die zum Halbjahr zur Realschule gewechselt seien, berichtet Thomas Preisendanz, Leiter des Gymnasiums bei St. Michael. Dass zum Halbjahr in der fünften Klasse Schüler wechseln, sei lange nicht mehr vorgekommen. Er wisse, sagt Preisendanz, dass drei Schüler mit Haupt- und Werkrealschulempfehlung im September an seine Schule gekommen seien - welche Empfehlung die Kinder haben, wird den Schulen nicht mehr mitgeteilt. Preisendanz vermutet, dass es sich um die jetzt abgehenden Schüler handelt. Abgänge gebe es immer wieder, sei es, um den Schülern einen neuen Anfang zu ermöglichen, damit Lücken geschlossen werden, oder weil die Leistungsfähigkeit der Schüler nicht ausreiche. Es gebe aber auch Schüler, denen das Gymnasium vergeblich über Jahre hinweg empfiehlt, auf die Realschule zu wechseln, weil sie kaum mitkommen.

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