Muswiesen-Einblicke Nur Leopold bleibt verschont

Jungbullen sehen nicht nur gut aus, sondern schmecken beispielsweise in Form einer Salami vortrefflich. Bernd Engel und sein Vater Rudolf vermarkten Fleisch und Wurst der Tiere direkt.
Jungbullen sehen nicht nur gut aus, sondern schmecken beispielsweise in Form einer Salami vortrefflich. Bernd Engel und sein Vater Rudolf vermarkten Fleisch und Wurst der Tiere direkt. © Foto: Zigan
Blaufelden / Harald Zigan 04.10.2018
Bernd und Rudolf Engel aus Blaufelden-Heufelwinden bereichern das kulinarische Angebot in Musdorf erstmals mit einer speziellen Jungbullen-Salami.

Leopold hat keinen blassen Schimmer von seinem großen Glück: Weil der wunderschöne Jungbulle das Herz einer jungen Hohenloherin erweicht hat, wird es wohl noch ein gutes Weilchen dauern, bis sich auch der stattliche, gut 15 Zentner schwere Leopold in handliche Wurst- und Fleischportionen verwandelt. Zusammen mit 40 tierischen Kollegen steht der stolze Bulle im Stall von Rudolf Engel (78) in Blaufelden-Heufelwinden.

Sein Sohn Bernd Engel (35), im Hauptberuf Konstrukteur im Anlagenbau bei der Firma Wittenstein in Igersheim-Harthausen, wagt heuer mit einer „Muswiesen-Salami“ den Schritt auf den Musdorfer Jahrmarkt, wo die 380 Gramm schwere Spezialität aus Hohenlohe auf dem markanten Wurststand von Andreas Bauer am Ende der Limbacher Straße feilgeboten wird.

Erfahrungen mit der Direktvermarktung sammelt Bernd Engel bereits seit März 2017. Seinerzeit ging der erste, absolut gentechnikfrei mit Gras, Silage, Heu und Schrot aus Gerste und Körnermais gefütterte Jungbulle aus Heufelwinden den Weg allen Fleisches – in diesem Fall zum Metzger Oskar Hezner im mittelfränkischen Dombühl, der das Vieh noch nach traditioneller Handwerkskunst schlachtet.

In der Form von Braten, Rouladen, Steaks, Hackfleisch, aber auch als Gulasch, Bratwürste oder Siedfleisch kommen die Jungbullen wieder zurück nach Heufelwinden. Per Kühlwagen wird die Ware direkt zu den Kunden geliefert oder auch auf dem Wochenmarkt in Blaufelden angeboten: „Wir haben schon etliche Stammkunden gewonnen“, sagt Bernd Engel. Die Premiere auf der Muswiese hat er gut vorbereitet: Dem Wurst-Spezialisten Andreas Bauer aus Unna, der die Muswiese schon seit einigen Jahren als Markthändler beehrt, schickte Bernd Engel eine Salami-Probe – und der Experte war sehr angetan von der Qualität.

Deshalb räumt der Westfale dem Hohenloher für die „Muswiesen-Salami“ nunmehr einen Platz auf seinem Stand ein und hat damit jetzt auch eine regionale Sorte im Angebot.

Susanne Naser wiederum hält nicht nur ihre schützende Hand über den guten Leopold: Die Freundin von Bernd Engel hat auch das Logo für die Direktvermarktung entworfen.

Am 17. November kommt dann der nächste Fleckvieh-Jungbulle beim Metzger Hezner an die Reihe. Ganz gewiss wird es nicht der schöne Leopold sein...

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