Mainhardt Noch fehlt viel Wasser

Der Lammsee ist von Schlamm befreit. Doch um ein richtiger See zu werden, muss es noch kräftig regnen. Mit den 50 Kubikmeter Wasser, die täglich eingelassen werden, dauerte das Füllen noch etwa einen Monat. Foto: Jochen Korte
Der Lammsee ist von Schlamm befreit. Doch um ein richtiger See zu werden, muss es noch kräftig regnen. Mit den 50 Kubikmeter Wasser, die täglich eingelassen werden, dauerte das Füllen noch etwa einen Monat. Foto: Jochen Korte
Mainhardt / JOCHEN KORTE 19.04.2014
Das Ufer ist mit Wackersteinen befestigt, der Seegrund von Schlamm befreit und die Umgebung ist hergerichtet. Was dem Lammsee fehlt, ist Wasser.

Trocken genug, um den Lammsee auszubaggern, war es in den vergangenen Wochen. Doch jetzt ist eben diese die Trockenheit dafür verantwortlich, dass dem See das Wichtigste fehlt: Wasser.

Die Gemeinde lässt aus dem öffentlichen Netz jeden Tag etwa 50 Kubikmeter zulaufen. Doch bei einer geschätzten Füllmenge von 2000 Kubikmeter wird das noch über einen Monat dauern, vermutet Friedmar Wagenländer. "Es fehlt an Regen", sagt der Mainhardter Kämmerer. Zudem verdunstet ein Teil des Wassers wieder. Der Lammsee ist ohne eigenen Zufluss. Um für Nachschub an feuchtem Nass zu sorgen, ist der Regenablauf des Neubaus des benachbarten Alten- und Pflegeheims Lindenhof angeschlossen worden. Das Regenwasser der Dachflächen wird in den See geleitet. Doch wenn kein Regen fällt. . .

Auf dem Grund des Sees lag auch deutlich mehr Schlamm, als angenommen worden war. 800 Tonnen, das sind rund 100 Fuhren für einen Dreiachs-Laster, sind ausgebaggert worden. Gerechnet hatten man nur mit gut der Hälfte. Der Seeschlamm liegt jetzt auf einer Erddeponie im Ortsteil Stock. Dort soll er trocknen und später als Humus in den Beeten der Gemeinde verwendet werden. Gekostet hat die Entschlammung und die Gestaltung des Ufers etwa 20000 Euro.

Nicht nur viele kleine Steine, die Kinder hineingeworfen haben, waren in dem Schlamm entdeckt worden. "Auch große Betonsteine lagen darin", erklärt Wagenländer. Wie die hineingekommen sind, ist ihm ein Rätsel.

Ein weiterer See ohne eigenen Zulauf ist der Kappensee in Lachweiler. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats hatte Ortsvorsteher Heiko Nagel angesprochen, dass der See kurz vor dem Umkippen stehen könnte. "Er ist voller Algen", weiß Friedmar Wagenländer. Deshalb wolle die Gemeinde Wasser zuführen.

Der Kappensee ist als Ausgleichsmaßnahme für das Baugebiet Vorderer Weiler in Lachweiler angelegt worden. Er ist nur etwa zwölf mal sechs Meter groß und gilt als Feuchtbiotop.