Direktvermarktung Nichts wird hinzugekauft

Frankenhardt / Christine Hofmann 14.03.2018

Eier, Rauchfleisch und Wurst, Nudeln, Honig und Kartoffeln liegen im Kühlschrank und im Regal in dem kleinen Holzhäuschen an der Dorfstraße im Frankenhardter Teilort Eckarrot. Außerdem gibt es eine Kasse und Preisschilder, die anzeigen, wie viel Geld die Kunden ins Kässle werfen müssen. Das „Eier-Häusle“ von Familie Schmidt funktioniert auf Vertrauensbasis. „Bisher klappt das sehr gut“, berichtet Landwirt Christian Schmidt, der den ersten kleinen Selbstbedienungsladen im vergangenen Herbst direkt an seiner Hofstelle in Eckarrot aufgestellt hat. Schon länger vermarktet Familie Schmidt Fleisch von Rind, Schwein und Lamm direkt ab Hof.

Der Verkaufsstand an der Straße lief so gut an, dass Schmidt nun zwei weitere mit landwirtschaftlichen Produkten bestückte Selbstbedienungsläden in Frankenhardt eröffnet hat: einen in Gründelhardt hinter der Tankstelle und einen in Fronrot am Festplatz.

Auf dem Hof geboren

Das Erfolgsrezept verrät der Landwirt ohne Umschweife: „Alle Produkte im Eier-Häusle stammen von unserem Hof. Nichts wird hinzugekauft.“ Selbst das Futter für die 50 Anguskühe, 20 Coburger Fuchsschafe und zehn Schwäbisch-Hällische Schweine, die alle auf dem Hof geboren sind, stammt aus dem eigenen Betrieb.

Seit einigen Monaten leben außerdem einige Hennen auf dem Angushof. Sie bewohnen ein Hühnermobil, das mehr einem Campingwagen als einem Stall gleicht. Christian Schmidt stellt den mobilen Stall auf die Wiese, damit die Hühner im Freien nach Herzenslust picken können. Ist das Gras abgepickt, wird das Hühnermobil auf ein frisches Wiesenstück gestellt. „Der Vorteil für die Hühner ist, dass sie den ganzen Tag über draußen sind und jede Menge Beschäftigung haben.“ Nachts und bei Kälte finden die Hennen Schutz im mobilen Stall.

Der Angushof ist seit 300 Jahren in Familienbesitz. In den letzten beiden Generationen wurde er im Nebenerwerb betrieben. Der 32-jährige Christian Schmidt ist nun wieder Vollerwerbslandwirt mit Hingabe. Und die ganze Familie, die mit vier Generationen unter einem Dach lebt, macht mit: Ehefrau Stephanie, die Eltern Regina und Karl-Heinz Schmidt und die Großeltern Elisabeth und Walter Schmidt. Und selbst die beiden Töchter Johanna (3) und Emma (1) sind immer dabei, wenn es darum geht, den Lämmern trockenes Brot oder den Hühnern Getreidekörner zu geben. „Es ist wichtig, dass alle dahinter stehen“, betont der Landwirtschaftsmeister. „Einer allein könnte das gar nicht schaffen.“

Die Erzeugung von Lebensmitteln hat bei Familie Schmidt auch viel mit Überzeugung zu tun. „Die Produkte kommen zu hundert Prozent aus eigener Produktion, sie sind naturbelassen und traditionell“, sagt Schmidt, der Mitglied des Frankenhardter Gemeinderats ist. Die Tiere sind vom Frühjahr bis zum Herbst auf der Weide und bekommen kein zugekauftes Futter. Die Kartoffeln stammen vom eigenen Acker, der Honig aus der eigenen Imkerei und die Äpfel für den Most von den umliegenden Streuobstwiesen. Und nun gibt’s auch noch Freiland-Eier aus dem Hühnermobil. Mit der Selbstvermarktung der eigenen Produkte in den drei Selbstbedienungsläden schließt sich der Kreis.

Info Bis zum 25. März ist die Besenwirtschaft im Angushof geöffnet – jeweils freitags, samstags und sonntags. Reservierung unter Telefon 0 79 67 / 2 18.

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