Wallhausen Nicht zu alt für moderne Klänge

Die Feuchtwanger Bezirkskantorin Miriam Marquardt.
Die Feuchtwanger Bezirkskantorin Miriam Marquardt. © Foto: Lothar Schwandt
Wallhausen / LOTHAR SCHWANDT 19.05.2015
Wie bringt man eine historische Orgel auch noch nach 160 Jahren zum wohltuenden Klingen? Eine Antwort darauf gab am Sonntagabend in Wallhausen die Feuchtwanger Bezirkskantorin Miriam Marquardt.

Sonst mit dem Spieltisch der Stiftskirche in Feuchtwangen vertraut, nahm sich Miriam Marquardt unbekümmert und frisch der Laukhuff-Orgel in der St. Veit-Kirche an, die mit einem Manual, zehn Registern und Schleifladentechnik eher wenig hermacht.

Aber das Programm von Miriam Marquardt zeigte, dass die ganze Vielfalt vom Barock bis zu Jazz-Anklängen darauf spielbar ist. "Auch in den kleineren Kirchen sollen die Zuhörer alle Stilrichtungen der Orgelmusik hören können und nicht nur schwere Kost", sagt sie als Debütantin in dieser Konzertreihe, deren Abschluss in Wallhausen ein dankbares Publikum vorfand.

Dieses hörte sich zunächst in drei Orgelwerke in G-Dur ein (zuerst die Präludien von Bach und Mendelssohn-Bartholdy bis zu Herbert Peter) und konnte dabei wunderbar den kraftvollen, dynamisch-fließend gespielten Läufen von Bach über die dunkel-verhaltene Stimmung der Romantik bis zu dissonanten Klängen eines tänzerischen Allegros folgen, allesamt sehr exakt gespielt.

Abwechslungsreich auch die nächsten Stücke: Georg Böhms Partita über "Ach wie nichtig, ach wie flüchtig" wirkte äußerst klangvoll und erhaben, während das Andantino von Ernest Grosjean mit innig-verhalten gespielten Motivwiederholungen fast zum Träumen einlud.

Zum Schluss spielte Miriam Marquardt einige jazzige Stücke wie den "Sauerkohl Stomp" und "Jazz am Sonntag" von Stefan M. R. Ulrich und die leicht swingenden "Impressions" von Michael Schütz. Der Beifall am Schluss galt nicht nur der Bezirkskantorin, sondern auch Organist Tobias Wolber, der als Registrant für die Klangfülle der Orgel sorgte.

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