Satteldorf Bayern-Fanclub: nicht nur Fußball im Herzen

Die Mitglieder des Bayern-München-Fanclubs „Red Bulls Hohenlohe“ gehen nicht nur gemeinsam ins Stadion, sondern unternehmen auch sonst viel: Eigens für den Festumzug in Wallhausen haben sie einen Wagen gebaut.
Die Mitglieder des Bayern-München-Fanclubs „Red Bulls Hohenlohe“ gehen nicht nur gemeinsam ins Stadion, sondern unternehmen auch sonst viel: Eigens für den Festumzug in Wallhausen haben sie einen Wagen gebaut. © Foto: Red Bulls Hohenlohe
Satteldorf / Johannes Ihle 21.08.2018
Am Wochenende startet die Bundesliga in ihre 56. Spielzeit. Der Bayern-Fanclub „Red Bulls Hohenlohe“ mit Sitz in Gröningen fiebert dem Start entgegen und wünscht sich eine spannende Saison.

Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt – jeder Fußballfan kennt dieses Lied, das einst Franz Beckenbauer und seine Nationalmannschaftskollegen anno 1974 sangen. Und die meisten würden dieser Textzeile zustimmen. In gewisser Weise trifft sie auch auf den Fanclub „Red Bulls Hohenlohe“ aus der Gemeinde Satteldorf zu. Denn die rund 200 Mitglieder des seit 2015 eingetragenen Vereins sind begeisterte Anhänger des FC Bayern München. Doch nicht nur Fußball liegt ihnen am Herzen, auch das soziale Engagement ist ihnen wichtig.

Angefangen hat alles im Jahr 1987, als sich drei junge Männer aus Hohenlohe auf den Weg zum Finale des Europapokals der Landesmeister nach Wien machten, um ihren FC Bayern gegen den FC Porto zu unterstützen. „Danach wollten immer mehr mitfahren“, erzählt Hartmut Ruiner. So gründete er 1994 den Fanclub „Red Bulls Hohenlohe“. Während man Ende der 1990er-Jahre oftmals mittwochs und samstags im Stadion war, schlief das Engagement im Fanclub in den Folgejahren etwas ein und die Stadionfahrten wurden weniger. „Ich musste viel alleine machen und habe zum Teil viel Geld investiert“, sagt Ruiner, der von allen „Mudi“ genannt wird.

In all dieser Zeit wurde es – nicht zuletzt wegen des Baus der Allianz-Arena – auch immer schwieriger, an Karten für die Spiele zu kommen. Der FC Bayern hat mittlerweile an die 300.000 Mitglieder. „Als Otto Normalverbraucher kommt man kaum an Karten“, sagt Daniel Datzer, der Kassierer des Vereins. „Als Verein hat man da ein einfacheres Spiel.“ Und so wurde die Idee entwickelt, den Fanclub als Verein eintragen zu lassen und ihm eine ganz neue Struktur zu verpassen.

Ohne Fußball geht es nicht

Doch auch als Verein bekommt man nicht für jede Partie Eintrittskarten. In der vergangenen Saison erhielten die „Roten Bullen“ Karten für sieben Spiele. „Wir haben für fast alle Spiele Karten bestellt. Aber für wie viele wir welche bekommen, wissen wir auch nicht“, sagt Vorsitzender Daniel Bauer. Mit sieben Partien würden sie noch zu den Vereinen gehören, die oft da waren.

Mal kann es sein, dass sie drei Wochen hintereinander ins Stadion fahren dürfen, mal müssen sie sich acht Wochen gedulden, ehe es wieder so weit ist. Aber ohne Fußball geht es nicht. Fahren sie nicht ins Stadion, schauen sie gemeinsam die Spiele ihres Vereins. Der Spaß und die Kameradschaft stehen im Vordergrund.

„Wir müssen unseren Mitgliedern viel bieten, damit sie bleiben“, sagt Datzer. Beispielsweise Public-Viewing-Veranstaltungen wie im Mai zum DFB-Pokal-Finale, Familienausflüge oder ein Elfmeter-Turnier, das sie im vergangenen Jahr erstmals auf dem Sportfest der Spvgg Hengstfeld-­Wallhausen durchführten.

Viel Wert legt der Vorstand des Vereins auch auf soziales Engagement. „Im Winter organisieren wir seit einigen Jahren eine Benefizveranstaltung“, sagt Datzer. Der Erlös wird gespendet, wie beispielweise im vergangenen Jahr an die Jugendfeuerwehr aus Wallhausen.

Bayern-Spieler soll kommen

Auch in diesem Jahr wird es im Advent wieder eine Veranstaltung geben. „Ein Highlight wäre, wenn mal ein Spieler des FC Bayern kommen würde“, sagt Bauer. Bisher hat noch kein Spieler vorbeigeschaut. „Das wäre auch eine tolle Belohnung für die viele Arbeit, die wir leisten.“

Für die neue Fußballsaison, die am Wochenende startet, haben sie ebenfalls Wünsche. „Ich wünsche mir, dass die Bundesliga spannender ist als in den vergangenen Jahren“, sagt Datzer und fügt hinzu: „Gerne darf auch mal ein anderer Meister werden. Aber auch ein Herzschlagfinale wie 2001, als der FC Schalke 04 für wenige Minuten Meister war und der Titel am Ende doch wieder an die Bayern ging, wäre toll.“ International soll wieder ein Titel her. „Da hoffe ich, dass wir nicht wieder gegen eine spanische Mannschaft ranmüssen.“

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